Hiermit möchte ich den Antrag stellen, dass wir uns für TINklusive Räume an den Berliner Hochschulen aussprechen.

Trans*, inter* und nicht-binäre Menschen (abgekürzt TIN) werden an den Berliner Hochschulen immer noch diskriminiert. Seit Jahren setzen sich verschiedene studentische Vereinigungen ein, um die feindlichen Strukturen zu ändern. Die Student*innen werden dabei in ihrer Entfaltung und Möglichkeit des Wissenserwerbs eingeschränkt. Die Universitäten betonen nach außen immer wieder ihre Diversität und Offenheit, jedoch resultiert dies nicht in konkrete Maßnahmen. Das Berliner Hochschulgesetz verpflichtet die Unis, sich aktiv gegen jegliche Art der Diskriminierung einzusetzen und wir sollten den Druck von politischer Seite aus erhöhen!

Aktuell ist eine Änderung von Namens- und/oder Geschlechtseintrag an den meisten Hochschulen erst nach einer amtlichen Änderung im Personenstandsregister möglich. Dies erfolgt derzeit entweder über ein Verfahren nach dem Transsexuellengesetz (TSG) oder nach §45b des Personenstandsgesetzes (PStG). Diese Verfahren werden scharf kritisiert, denn beide sind langwierig und das Verfahren nach TSG mit beträchtlichen Kosten verbunden. Außerdem sind die Verfahren diskriminierend, pathologisierend und teilweise verfassungswidrig. Deshalb sind sie nicht für alle TIN Personen zugänglich oder möglich. Die Hochschulen müssen reagieren und TIN Personen eine selbstbestimmte Namens- und Personenstandsänderung unabhängig von einer rechtlichen Änderung durch TSG oder §45b PStG ermöglichen!

Wir müssen eine niedrigschwellige Änderung von Namen und Personenstand für alle Studis ermöglichen! Zurzeit werden TIN-Personen oftmals mit ihren Deadnamen (falsche abgelegte Geburtsnamen) im System der Hochschulen eingetragen, was beispielsweise zu Problemen bei Teilnahmelisten für Kurse und Hochschulmailadressen führt.

Auch außerhalb der Hochschule kommen TIN Personen immer wieder in schwierige und unangenehme Situationen, wenn beispielsweise der Name auf ihrem Zeugnis nicht mit dem Namen in der Bewerbung übereinstimmt und sie gezwungen sind, sich vor einem*einer potenziellen Arbeitgeber*in zu outen.

Diese Situation stellt für viele TIN Personen eine extreme psychische Belastung dar.

TIN Studierende und Mitarbeiter*innen müssen selbstbestimmt darüber entscheiden dürfen, ob und wenn ja, wann, wie und wo sie sich wie outen wollen!

Die konkreten Forderungen:

1. Wir fordern die komplette Abschaffung des Geschlechtseintrags an allen Hochschulen! In allen Dokumenten der Hochschule soll das Geschlecht keine Rolle spielen.

2. Ein unterschriebener Antrag reicht zur Änderung des Namenseintrags und wird dadurch in allen internen, aber auch externen Dokumenten der Hochschule verwendet.

3. Die Regelungen für die Änderung des Namenseintrags in den Datenbanken der Hochschulen sind berlinweit einheitlich und transparent!

4. Es wird maximale Selbstbestimmung und Flexibilität bei der Änderung des Namenseintrags ermöglicht!

5. Verwaltungsmitarbeiter*innen und Lehrpersonal werden für die Anliegen von TIN Personen sensibilisiert!

6. Jede Hochschule muss mindestens eine Stelle für Diversity einrichten, welche beratende Funktionen bei Diskriminierung übernimmt und als unabhängiges Kontrollgremium und Meldestelle bei struktureller Diskriminierung von TIN-Personen dient.

Eine niedrigschwellige Änderung des Namenseintrags trägt dazu bei, dass die Hochschulen zu Orten werden, an denen TIN Personen frei studieren, arbeiten, lernen und ihre Talente entfalten können.