Unser Notensystem ist selektiv und verstärkt die Schere zwischen privilegierten und nicht-privilegierten Schüler*innen. Anstrengung und Verbesserung wird nicht ausreichend abgebildet. Das Bildungssystem kapituliert so vor seinem Auftrag allen Kindern gleiche Chancen zu ermöglichen und durch ihre Mühe „gesellschaftlichen Aufstieg“ zu erreichen.

Ziffernoten suggerieren Vergleichbarkeit, doch sie sind in Wahrheit subjektiv und ungenau. Lehrkräfte sind Menschen und stehen dadurch unter diversen Einflüssen.

Die Schüler*innen sind in keinster Weise an der Aufstellung der Beurteilungsmechanismen beteiligt, können also nicht kommunizieren, welche Art von Rückmeldung ihnen hilft und welche nicht.

Die Grüne Jugend Berlin fordert daher die Reform des Bewertungssystems. Es braucht dialogische und ko-konstruktive Verfahren der Rückmeldung, 
beispielsweise in Form von Lernberichten. Die entstehenden Berichte sollen 
enthalten, was gut war, wo es noch Verbesserungsbedarf gibt und wie der*die Schüler*in diese Verbesserung erreichen kann. Rückmeldungen müssen zukunftsgerichtet sein und ein nachhaltiges Lernen ermöglichen.

Vergleichsuntersuchungen zwischen verschiedenen Gruppen sollen weiterhin möglich sein, soch das Ergebnis derselben hat keine Auswirkungen auf die Bewertung der Schüler*innen in der Schule.

Alle Schulen sollen die Möglichkeit erhalten Ziffernoten abzuschaffen. Dies kann mit einer Zwei-Drittel Mehrheit der Schulkonferenz beschlossen werden. An Grundschulen soll es garkeine Ziffernoten mehr geben. Bei Abschlüssen bleiben Ziffernoten bestehen, müssen jedoch durch differenzierte Berichte ergänzt werden. Auch Schulübergänge sollen mit Berichten, anstatt Ziffernoten, erfolgen. Wichtig sind auch regelmäßige Feedbackgespräche zwischen Lehrkräften und Schüler*innen. Für die Erstellungen der Berichte soll es Weiterbildungen für alle Lehrkräfte geben.