“Obwohl durchschnittlich 4 bis 6 Prozent aller Männer homosexuell sind, ist aktuell kein Spieler der Bundesliga in der Öffentlichkeit geoutet. Eine Mauer aus Schweigen und Tabus hält das Bild des heterosexuellen Profifußballers aufrecht. Skurriler Weise gelten im Gegensatz dazu fußballspielende Frauen als lesbisch oder “weniger weiblich“.
Die Diskussion über den Umgang mit Sexualität im Fußball macht deutlich, dass Vorurteile gegenüber nicht-heterosexuellen Menschen auch heute noch die gesellschaftliche Wahrnehmung prägen und negativ beeinflussen.
Es ist nicht akzeptabel, dass jemand für ihre/seine sexuelle Orientierung diskriminiert, verfolgt oder sogar, wie es noch immer in vielen Ländern der Welt der Fall ist, verurteilt wird.
Heteronormativität, also die Vorstellung, alles nicht-heterosexuelle sei abnormal, sowie Geschlechterrollen dominieren unser tägliches Miteinander und werden der Individualität und Vielfalt der Menschen in unserer Gesellschaft nicht gerecht. Der Zwang, sich auf ein Geschlecht und eine sexuelle Orientierung festzulegen, ist noch immer Bestandteil unseres Zusammenlebens und unserer Rechtsprechung.

Die GRÜNE JUGEND Berlin setzt sich für die Abschaffung des sozialen Geschlechts, für Respekt und Gleichberechtigung ein. Wir fordern einen Paradigmenwechsel, der aktiv von allen AkteurInnen vorangetrieben wird. Wir unterstützen ausdrücklich das Zustandekommen von Bündnissen gegen Homophobie und fordern eine Ausweitung der staatlichen Zuschüsse für Projekte, die sich die der gesellschaftlichen Sensibilisierung widmen. Die GRÜNE JUGEND Berlin wird auch dieses Jahr am Christopher Street Day teilnehmen und lautstark und kreativ auf bestehende Missstände aufmerksam machen.”