Sehr geehrter Herr Kollatz,

sehr geehrte Frau Sudhof,

sehr geehrte Frau Möhring,

sehr geehrter Herr Lemiss,

Die Grüne Jugend Berlin, die Jusos Berlin und die linksjugend [’solid] Berlin fordern Sie dazu auf, den Jugendkollektiven „Potse“ und „Drugstore“ unverzüglich zu angemessenen Räumen zu verhelfen. Nutzen Sie in diesem Sinne die Chance und stellen Sie die ehemaligen Räume der Deutschen Bank in der Potsdamer Straße 140 hierfür zur Verfügung.

„Potse“ und „Drugstore“ als älteste, selbstverwaltete Jugendzentren Berlins, sind der Mietsteigerung durch den Eigentümer ihrer derzeitig genutzten Räumlichkeiten ausgesetzt, der wie viele andere private Investor*innen leider kein Interesse an den Nutzungszwecken von „Potse“ und „Drugstore“ hat. Wir bitten Sie darum, abgesehen von der allgemeinen Knappheit an Raumkapazitäten, festzustellen, dass es faktisch betrachtet eine besonders große Herausforderung darstellt, für die Nutzungszwecke und Anforderungen der Räume für „Potse“ und „Drugstore“ einen geeigneten Standort zu finden. Der Standort muss dafür ausgerichtet sein, mehrfach wöchentlich mit lauten Konzerten bespielt zu werden und über zusätzliche Proberäume (bspw. für die Förderung von Nachwuchsbands) und Werkstätten (bspw. für Workshops) verfügen, welche ebenfalls eine überdurchschnittliche Nutzungslautstärke mit sich bringen. Darüber hinaus sollten Sie sich vor Augen führen, dass sich die Räumlichkeiten in unmittelbarer Nähe zum zweiten zukünftigen Standort in der Potsdamer Straße 134 befinden sollten, um die Kollektive nicht auseinander zu reißen und dort zu belassen, wo sie seit Jahren verankert sind und gute Arbeit leisten.

Sehen Sie ein, dass ein Standort mit genannten, spezifischen Anforderungsfaktoren, der zugleich bezahlbar und entsprechend groß sein soll, quasi unmöglich auffindbar ist und Ihnen mit der Potsdamer Straße 140 zur Verfügung steht.

Wir fordern Sie dazu auf, dass essentielle Jugendarbeit, die berlinweite Wirkungskraft hat, nicht gegen die Verwaltung ausgespielt, sondern dieser vorgezogen wird. Sie müssen sich der Aufgabe annehmen, für die Finanzverwaltung einen geeigneteren Standort zu finden und hierbei insbesondere berücksichtigen, dass sich dies weitaus leichter gestaltet.

Die Jugendlichen der Kollektive sehen alle Ihre Anforderungen in der Potsdamer Straße 140 berücksichtigt und haben ihr „okay gegeben“ (KEN, Berliner Woche, 07.12.18). Für uns stellt sich deshalb die Frage, welche Begründung Sie dafür haben, die Räumlichkeiten nicht den Kollektiven zur Verfügung zu stellen?

Aus der Presse lässt sich lediglich erkennen, dass Sie eine unzureichende Größe der Räumlichkeiten, aufgrund von erforderlichen Brandschutzmaßnahmen befürchten (KEN, Berliner Woche, 07.12.18). Diese Begründung lässt darauf schließen, dass Sie unzureichend mit den Betroffenen, sowie den zuständigen Behörden kommuniziert haben. Laut Jörn Oltmann, zuständiger Stadtrat aus Tempelhof-Schöneberg, hat die BIM bauliche Maßnahmen zur Nutzbarmachung nie durch die bezirklich zuständigen Behörden für Denkmalschutz überprüfen lassen. In diesem Zusammenhang hätte dann auch die Frage des baulich notwendigen 2. Rettungswegs mit der Bauaufsicht beraten werden können. Doch zu einem Kontakt mit der unteren Denkmalschutzbehörde und der bezirklichen Bauaufsicht ist es nie gekommen. Wir fordern Sie dazu auf, die Kommunikation gegenüber dem Kollektiv und mit dem Bezirk zu verbessern und aufzunehmen, um alle Möglichkeiten bezüglich der Unterbringung von „Potse“ und „Drugstore“ in der Potsdamer Straße 140 auszuschöpfen. Hierzu gehört auch der Umgang mit diesem Wichtigen Thema in der Presse und Öffentlichkeit!

Die Jugendzentren „Potse“ und „Drugstore“ leisten in Berlin beispiellose Arbeit. Wir fordern Sie auf, diese mit der Bereitstellung der passenden Immobilie in der Potsdamer Straße 140 weiterhin zu ermöglichen.

Mit freundlichen Grüßen

Grüne Jugend Berlin, linksjugend [‚solid] Berlin und Jusos Berlin