Klimagerechtigkeit & EnergiePressemitteilungen

Für ein Böllerverbot und dezentrale öffentliche Feuerwerk-Shows!

Berlin an Silvester bedeutet, dass an einem Abend so viel Feinstaub produziert wird, wie der gesamte deutsche Verkehr in zwei Monaten produziert.
Wir haben an 12 Standorten in Berlin vom 31.12.18 und 01.01.19 die Feinstaubbelastung gemessen und live auf www.dickeluft.berlin/silvester-2018 veröffentlicht. Ein Zeitraffer aller Messgeräte inklusive Download der minutengenauen Messungen und die Messwertkurven der einzelnen Messstationen sind nun dort zu finden.

Ergebnis ist, dass bereits am 31.12 ab 17:00 Uhr der Tagesgrenzwert von 50 µg/m³ um das doppelte überschritten wurde. Zwischen 22:00 bis 01:00 Uhr wurden Belastungen gemessen, die den erlaubten Tagesgrenzwert um mehr als das 40-fache überschritten. Bis 03:00 Uhr am Dienstag ist der Wert auf unter 100 µg/m³ abgesunken. Grund für die relativ schnelle Abnahme der Messwerte in der Nacht sind zum Beispiel starke Winde, die den Feinstaub weit verstreut haben.

Annkatrin Esser, Sprecherin der Grünen Jugend, teilt dazu mit: “Eine hohe Feinstaubbelastung, wie sie in Berlin, nicht nur an Silvester, der Fall ist, macht Menschen, Tiere und die Umwelt krank.
Dazu kommen die ca. 191 Tonnen Müll, die jedes Jahr von der Böllerei zurückbleiben. Dessen Entsorgung ist nicht nur teuer – lösen sich die Reste der Feuerwerkskörper im Regen auf, gelangen die Chemikalien in Böden und Gewässer. Für uns ist klar, diese Umweltverschmutzung ist nicht verhältnismäßig. Deshalb fordern wir, dass der freie Verkauf von Böllern und anderen Sprengkörpern im nächsten Jahr nicht mehr möglich ist.”

Für Viele gehört es zu Silvester dazu, das neue Jahr mit buntem Feuerwerk zu begrüßen. Deshalb fordern wir, als GRÜNE JUGEND Berlin, mehrere dezentrale öffentliche Feuerwerk-Shows. Die Menge an Feuerwerk würde sich so deutlich verringern, das Feuerwerk könnten trotzdem alle genießen.

Durch das private Böllern werden zudem Menschen durch unverantwortungsvolles Zündeln in Teilen sogar absichtlich verletzt. In diesem Jahr gab es wieder 25 Schwerverletzte, darunter auch Kinder, die im Unfallkrankenhaus behandelt werden mussten, sowie 49 Angriffe auf Rettungsdienste.

Georg Kössler, Sprecher für Klima– und Umweltschutz der grünen Abgeordnetenhausfraktion, ergänzt: “Die meisten Leute sind genervt vom Rumgeböllere. Jedes Jahr wird es schlimmer. Solange sich Berlin nicht traut dem Vorbild von beispielsweise Hannover zu folgen, werden Teile unserer Innenstadt leider weiterhin an Silvester No-Go-Areas bleiben. Wir wollen aber, dass sich auch an Silvester alle Berliner*innen frei und sicher durch die Stadt bewegen können.”