In Europa gehören ca. 8 – 12 Millionen Menschen der ethnischen Bevölkerungsgruppe der Sinti und Roma an. In allen Ländern stellt sie eine Minderheit da – so auch in Deutschland mit ca. 50.000 – 70.000 Menschen. Schon seit dem Mittelalter werden Rom*nja diskriminiert und von der Gesellschaft ausgeschlossen.Für uns ist klar: Der Antiromaismus muss endlich bekämpft werden!

Deshalb fordern wir:

Da die Zahl der antiromaistischen Diskriminierungsvorfälle zuletzt gestiegen ist, fordern wir, dass das Land entschlossen eingreift. Verbrechen mit antiromaistischer Motivation sollen in den Katalog der politisch motivierten Straftaten der Polizei Berlin aufgenommen und expilzit aufgeführt werden. Das Land Berlin fordern wir dazu auf, Netzwerk- und Empowerment Projekte für Rom*nja mehr zu fördern. Die Fördermittel sollen langfristig im Haushalt eingestellt sein.

Antiromaistische Vorurteile sind tief in unserer Gesellschaft verwurzelt und werden oft nicht als solche erkannt oder als Tatsachen angesehen. Viele dieser Vorurteile entstehen, weil die Situation von Rom*nja einseitig betrachtet wird: Wenn Rom*nja keinen Schulabschluss oder keine Arbeitsstelle haben, dann sind sie selbst Schuld. Dass es auch etwas mit dem Antiromaismus auf dem Arbeitsmarkt, dem Bildungssytem und generell in der Gesellschaft zu tun haben könnte, wird nicht gesehen. Deshalb fordern, wir eine antiromaistismus-kritische Bildung in Schulen, die diese Zusammenhänge erklärt und Verbesserungsmöglichkeiten aufzeigt und keine alten Vorurteile reproduziert. Über „die Kultur“ der Rom*nja wird viel diskutiert ohne sich damit außeinander gesetzt zu haben. Dies soll in der Schule, z.B. in Form von Projekttagen oder integriert in den Poltik- oder Geografieunterricht.

Um die Geschichte der Rom*nja zu verstehen, ist es notwendig, dass wir uns mit der Verfolgung von Rom*nja im Nationalsozialismus außeinander setzen. Die Rom*nja als verfolgte Gruppe werden zu häufig unsichtbar gemacht. Über ihre individuelle Verfolgungsgeschichte und den Völkermord an den europäischen Rom*nja (Porajmos) wird zu wenig aufgeklärt. Deshalb fordern wir, dass die Aufklärung über den Porajmos ein fester Bestandteil der Behandlung des Nationalsozialimus in der Schule muss. Außerdem soll das Land Berlin dem Porajmos in der Gedenkarbeit mehr Sichtbarkeit verleihen.

Viele Rom*nja sind von Armut betroffen. Während Bildungsarbeit und Empowerment wichtig sind, um Vorurteile und Diskriminierung gegen Rom*nja abzubauen, brauchen wir ganz konkrete Maßnahmen zur Armutsbekämpfung. Die fatale Lage auf dem Berliner Wohnungsmarkt stellt für Rom*nja eine große Hürde da, wenn es um den Zugang zu Wohnraum, Arbeit und Bildung geht. Wohnen ist ein Menschenrecht und der Zugang hierzu darf bestimmten nicht schwerer gemacht werden, weil sie von der Gesellschaft diskriminiert werden. Deshalb beharren wir auf unserer Forderung nach einem sozialeren und gerechteren Wohnungsmarkt in Berlin.

Da ein Großteil der Rom*nja nicht in Deutschland geboren wurde und ihnen dadurch der Zugang zum Arbeitsmarkt erschwert wird, fordern wir die Anerkennung von ausländischen Abschlüssen und umfassende sowie kostenlose Angebote zur Alphabetisierung, Sprachkurse und Weiterbildungsmaßnahmen. Ein geläufiges Vorurteil ist, dass Rom*nja nicht arbeiten wollen. Dass sie am Arbeiten aber häufig gehindert werden, wird dabei ignoriert.

Wir fordern die Landesregierung auf, sich mit den oben genannten Forderungen auseinanderzusetzen und sie schnellstmöglich umzusetzen und dem Antiromaismus ein Ende zu bereiten!

Beschlossen auf der LMV am 03.11.2018.