Zum Besuch des Papstes Benedikt XVI. in Berlin erklärt Madeleine Richter, Sprecherin der GRÜNEN JUGEND Berlin:
“Die GRÜNE JUGEND Berlin fordert einen säkularen Staat, wir sind gegen die Bevorteilung von einzelnen Religionen gegenüber anderen. Wenn der Papst explizit nicht als Staatschef sondern als Oberhaupt der römisch-katholischen Kirche im Bundestag sprechen soll, verstößt dies gegen die klare Trennung von Staat und Kirche. Der Papst genießt alle Privilegien, nicht aber die Pflichten eines Staatsoberhauptes. Wo ist der Papst, wenn es um die Eurorettung geht? Auch die Praxis, die Sitzplätze von boykottierenden MdBs mit ehemaligen Abgeordneten aufzufüllen, kritisieren wir vehement. Denn: Kritik am Papst ist legitim – hier will die Regierung aber verbergen, wie die VolksvertreterInnen wirklich zu den Positionen des Papstes stehen. Das entspricht der Verzerrung von Meinung! Dass die BerlinerInnen nicht mal ihre Fenster öffnen dürfen, wenn die Papst-Promenade an ihren Häusern vorbei zieht, ist ebenso gerade zu provozierend.”

Jan Schnorrenberg, frauen- und genderpolitischer Sprecher der GRÜNEN JUGEND Berlin, ergänzt:
“Der Papst, alias Joseph Ratzinger, steht für völlig veraltete und reaktionäre Moralvorstellungen. Frauenrechte haben in der von ihm propagandierten Ideologie genauso wenig Relevanz wie das Recht auf sexuelle Selbstbestimmung, welches er pauschal 10% der Gesamtbevölkerung dieses Landes abspricht. So bezeichnete er unlängst die Öffnung der Ehe für Homosexuelle als “Legalisierung des Bösen”. Seine Hetze gegen Kondome in Ländern des globalen Südens macht ihn zudem mitverantwortlich für die Verbreitung von HIV und anderen sexuell übertragbaren Krankheiten.”

Weiterhin erklärt Vito Dabisch, Sprecher der GRÜNEN JUGEND Berlin:
“Wer Holocaustleugner der Pius-Bruderschaft wieder in die Kirche integriert, sollte nicht die Gastfreundschaft eines demokratisch gewählten und den universalen Menschenrechten verpflichteten Parlamentes genießen dürfen. Ratzinger sorgt durch seine reaktionären Positionen bei vielen gläubigen ChristInnen für schwere Gewissenskonflikte.

Um gegen seine menschenverachtenden Aussagen ein Zeichen zu setzen, sind wir Teil des Bündnis’ “Der Papst kommt!” und werden gemeinsam mit vielen anderen demonstrieren. Wir solidarisieren uns dabei mit allen MdBs, die von der Rede des Papstes, ob aus moralischen wie auch religiösen Gründen, fern bleiben möchten.
Keine Macht den Dogmen!”
Kontakt:
Madeleine Richter: 0176 7057 31 87, mailto:madeleine@gj-berlin.de
Vito Dabisch: 01577 53 62 622, mailto:vito@gj-berlin.de