Anlässlich der Bildungsstreikdemonstrationen am 17.11.2011 erklärt Vito Dabisch, Sprecher im Landesvorstand der GRÜNEN JUGEND Berlin:

Zu Recht ziehen jetzt wieder Menschen auf die Straße, denn an den Missständen im Bildungssystem hat sich wenig geändert, dank dem rot-schwarzen Senat in Berlin gibt es sogar noch weniger Hoffnung auf Besserung. Deshalb werden wir mit vielen anderen Menschen auf die Straße gehen. Wir kämpfen für ein chancengerechtes Bildungssystem von der Kita bis zur Universität, für bessere Bedingungen in der Ausbildung und lebenslanges Lernen.

Abitur nach der 12. Klasse, die Abhängigkeit von Bildungserfolg vom Elternhaus und Notendruck sind nur ein paar Probleme, mit denen Schülerinnen und Schüler in Berlin konfrontiert sind. Die Schulstrukturreform ist nicht genügend mit Mitteln unterfüttert, durch die Dächer der Schulen tropft es und an Gymnasien droht neue Selektion.
Inklusion bleibt ein frommer Wunsch, für den viel zu selten wirklich finanzielle Mittel und Engagement von Seiten der Politik eingesetzt werden. Für Gehörlose zum Beispiel, gibt es in Berlin nicht einmal die Möglichkeit die gymnasiale Oberstufe zu besuchen.”

Dazu ergänzt Madeleine Richter, Sprecherin im Landesvorstand:
“Das Studium ist zum Fast-Food-Essen verkommen: schnell gemacht, wenig sättigend, ungesund. Das Bachelor-Master-System ist auch beinahe 6 Jahre nach der Einführung eine Katastrophe: Studierende haben weder die Zeit noch den Raum intensiv selbstbestimmt zu studieren. Der angeblich berufsqualifizierende Bachelorabschluss ist am Arbeitsmarkt kaum anerkannt und das trotz der massiv zunehmenden Ökonomisierung des Studierens – ebenfalls ein Armutszeugnis für eine angebliche Wissens- und Bildungsgesellschaft. In Berlin fehlen zudem Studienplätze die den Andrang an Berliner Hochschulen für Bachelor und Masterplätze zu bewältigen.”

Deshalb ruft die GRÜNE JUGEND Berlin alle SchülerInnen und Studierende Berlin dazu auf, sich an den Protesten zu beteiligen und Berlins Politik zu zeigen, dass sich einiges ändern muss. Wir demonstrieren, um mehr Raum für Persönlichkeitsentwicklung und Selbstverwirklichung zu schaffen, für eine bessere finanzielle Ausstattung der Bildungseinrichtungen und ein chancengerechtes Bildungssystem.