Freia und Tim von der GRÜNEN JUGEND Berlin besuchten am 04. Juni den “Jugendgipfel Nachhaltigkeit”, der im Vorfeld der Rio+20-Konferenz unter anderem vom Rat für nachhaltige Entwicklung organisiert wurde. In einem World Cafe mit drei Runden a 30min. waren Schüler*innen zweier UNESCO Schulen aus Berlin und Vertreter*innen politischer Organisationen eingeladen (anwesend waren: BUNDJugend, Julis und Grüne Jugend). Mitglieder des Rates für Nachhaltigkeit, die auch teilweise zur RIO+20 Konferenz fahren, moderierten jeweils einen World Cafe-Tisch.
Themen waren die Erwartungen an Rio+20, ihre Visionen für eine Welt im Jahr 2050 und der Frage, was Mut und was Angst für die Zukunft macht.

Freia beschrieb ihren Eindruck vom Treffen:
“Die Veranstaltung wurde leider nicht ihrem Anspruch, Jugendpartizipation bei RIO+20 zu gewährleisten, gerecht. Die Schüler*innen waren ausschließlich OberstufenschülerInnen von UNESCO Gymnasien (Diese Schulen legen einen besonderen Schwerpunkt auf Nachhaltigkeit) anwesend. Diese können auf keinen Fall auch nur ansatzweise die Gesamtheit der Jugendlichen repräsentieren. Durch die mangelhafte Vorbereitung der Jugendlichen entstanden auch keine relevanten Diskussionen mit den Ratsmitgliedern. Ich pesönlich lehne diese Form von Scheinpartizipation ab. Trotzdem war es möglich Jugendliche in diesem Kontext auf die GRÜNE JUGEND aufmerksam zu machen, was wohl der einzige positiv zu verzeichnende Aspekt dieser Veranstaltung war.”

Tims’ Eindruck vom Treffen:
“Ich fand es wichtig, mit Menschen, auch gerade denen, die andere Positoinen besitzen als die der GRÜNEN JUGEND, ins Gespräch zu kommen und deren Meinungen kennenzulernen. Einige Teilnehmende beschäftigten sich unter Umständen das erste Mal tiefer mit dem Thema Nachhaltigkeit und damit auch der eigenen Verantwortung.“

Insofern konnte die Veranstaltung den einen oder anderen persönlichen Impuls bei den Teilnehmenden setzen. Dennoch hatte ich teilweise den Eindruck, als ob zwischen den Oberschüler*innen und den Ratsmitgliedern keine gemeinsame Kommunikationsebene bestand. Das Format kann es vielleicht nicht hergeben, dass sich die Teilnehmenden auf gleicher Ebene begegnen – der Wissensunterschied führte oftmals zu einem reinen Werbegespräch der Ratsmitglieder für ihre Arbeit.
Auch habe ich de Befürchtung, dass eine Veranstaltung dieser Art dazu dient, die Illusion der Mitbestimmung Jugendlicher zu leisten – eine kleine Gruppe ausgewählter Menschen wird eingeladen, kurze Gespräche geführt und anschließend haben alle das Gefühl, an einem Prozess beteiligt zu sein, bzw. beteiligen zu lassen.
An dieser Stelle ist es wichtig und gut, dass Vertreter*innen von Natur- und politischen Jugendorganisation dazu eingeladen wurden, um die Möglichkeit kritischer Nachfragen und kontroverseren Diskussionen, zu bieten. Diese kamen von den Oberschüler*innen leider nur selten.
Es braucht eine breit angelegte gesellschaftliche Debatte über die Frage, wie wir unser Leben gestalten wollen, damit wir den Planeten erhalten. Menschen müssen merken, dass jede*r Einzelne*r die Verantwortung besitzt, daran mitzuarbeiten.
Der Jugendgipfel Nachhaltigkeit ist ein positiver erster Schritt in die Richtung. Ich wünsche mir noch mehr, noch offenere und demokratischere.”