In Polen hat Bogusz’ Mutter als Lehrerin gearbeitet, als sie nach Deutschland kam, wurden ihre Qualifikationen auch nach jahrelangen bürokratischen Hürden nicht anerkannt. In der Zwischenzeit hielt sie mit schlecht bezahlten und unterqualifizierten Jobs ihre Familie über Wasser. Weil das Geld trotz harter Arbeit nicht reichte, waren sie auf Sozialleistungen angewiesen. Da die Leistungen der Ämter ausschließlich auf Deutsch verfügbar waren, mussten Bogusz und seine Schwester als Kinder Verantwortung übernehmen, die selbst viele Erwachsene überfordert: Briefe übersetzen und beantworten, Anträge stellen, Termine bei den Ämtern wahrnehmen und die damit verbundene emotionale Last tragen.
Für Bogusz ist der nächste Schritt klar, er möchte, dass es Kindern wie ihm besser geht, dass sie Kinder sein dürfen und nicht viel zu früh mit viel zu großen Problemen kämpfen müssen. Bogusz hat sein Jura-Studium abgeschlossen und hat die letzten Jahre in der Reinickendorfer Bezirksverordnetenversammlung (BVV) bereits für eine soziale Politik gekämpft. Jetzt geht es für ihn ins Abgeordnetenhaus.
Um Migrant*innen, ihren Familien und unserer Gesellschaft echte Chancen und die verdiente Wertschätzung zu geben, fordert Bogusz, dass ausländische Abschlüsse anerkannt werden. Damit Menschen rechtzeitig die Hilfe bekommen, die sie brauchen, sollen Ämter ihre interne Arbeit digitalisieren, die Verwaltung wichtige Daten für Anträge zentral sammeln, formlose Anträge zulassen und ihre Dienstleistungen in mehreren Sprachen anbieten., Kurz gesagt: Das komplette Gegenteil, was man unter “Deutscher Bürokratie” versteht.
Weil Alleinerziehende den Job von 2 Elternteilen machen, will Bogusz für Kinderbetreuung während Behördenterminen sorgen, genauso wie für sichere Kitaplätze, und spezifische Beratungsstellen in Behörden. Außerdem wird er für eine bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf bei öffentlichen Arbeitgebern sorgen. Alleinerziehende und ihre Kinder sollen keine Angst vor der Zukunft haben müssen!