Gute Bildung ist der Schlüssel zu einer aufgeklärten und toleranten Gesellschaft. Um positive gesellschaftliche Entwicklungen zu sichern und voranzutreiben, muss in die Bildung aller jungen Menschen gleichermaßen investiert werden. Dazu benötigen wir gleichen Zugang zur Bildung für jedes Kind, unabhängig von jeglichen Voraussetzungen und der sozialen Herkunft. Durch gemeinsames, inklusives Lernen und individuelle Förderungen sollen alle Schüler*innen zu Kritikfähigkeit und Mündigkeit befähigt werden. Schulen müssen diskriminierungsfreie Räume und Orte gelebter Demokratie sein, in denen alle Kinder lernen die Welt kritisch zu hinterfragen.

 

Mitbestimmung fördern, Schule demokratisieren!

 

Obwohl Schüler*innen den mit Abstand größten Teil der Menschen in der Institution Schule darstellen, zählen ihre Stimmen, ihre Ideen und Meinungen in aller Regel unterdurchschnittlich viel. Ihr Einfluss bei Entscheidungsfindungsprozessen ist in vielerlei Hinsicht eingeschränkt – Schule wird von oben gestaltet, von Schulleitungen, Lehrer*innen und Politiker*innen, auf deren Wahl bzw. Benennung Schüler*innen keinerlei Einfluss haben. Diese Strukturen sind zutiefst undemokratisch und bedürfen grundlegender Veränderungen!

Schulen müssen zu Orten der gelebten Demokratie werden, denn nur so können die facettenreichen Aspekte der Demokratie, die die Grundlage unseres Zusammenlebens darstellen, gelernt werden. Gerade in Zeiten eines rassistischen, nationalistischen Rechtsrucks in Deutschland und weltweit ist es ein essenzieller Baustein guter Bildungsarbeit, demokratisches Miteinander zu erfahren und zu leben.

Um Schulen demokratischer zu gestalten, ist es wichtig, Strukturen zu schaffen, die jungen Menschen zeigen, dass Engagement etwas bewirken und verändern kann und dass die Stimmen aller Personen unabhängig von Geschlecht, rassistischen Zuschreibungen, sexueller Orientierung oder Alter Gehör finden und ernst genommen werden. Hierzu ist es notwendig, ein Klima zu schaffen, in dem alle Menschen sich wohlfühlen und gerne ihre Gedanken und Ideen äußern.

Als GRÜNE JUGEND Berlin fordern wir eine deutliche Stärkung der Schüler*innenvertretung in der Schulkonferenz. Schüler*innen müssen zu mindestens gleichen Teilen wie Schulleitung, Elternvertretung und Lehrer*innenvertretung zusammengenommen bei Schulkonferenzen stimmberechtigt sein. Um von ihren demokratischen Rechten konsequent Gebrauch machen zu können, braucht es ein berlinweites, umfangreiches Konzept, das Schüler*innen den Wert der Schulkonferenz und der Schüler*innenvertretung aufzeigt, die damit verbundenen Möglichkeiten zur Mitgestaltung von Schule verdeutlicht und Unterstützung bei der Erarbeitung und Einbringung von Positionen leistet. Demokratische Strukturen in der Schule müssen transparent und für alle verständlich sein und einen selbstverständlichen Teil des Schulalltags darstellen.

Schüler*innenvertretungen muss genügend Zeit eingeräumt werden, um sich und die Gremienarbeit in Klassen vorzustellen. Schüler*innen, die repräsentative Aufgaben übernehmen, sollen Unterstützung von Sozialarbeiter*innen und Lehrer*innen bekommen um sich in in der Schulkonferenz besprochene Themen einarbeiten zu können. Die

Für eine Beteilgung aller Schüler*innen ist es wichtig, Räume zu schaffen, in den niedrigschwellig miteinander gesprochen und diskutiert werden kann und ein Empowerment derjenigen, die sich in bisherigen Strukturen nur wenig engagieren, stattfinden kann. Deshalb fordern wir die Verankerung von wöchentlich zwei Stunden in jeder Klasse ab dem ersten Schuljahr für den Klassenrat im Berliner Schulgesetz. Hier können sich die Schüler*innen im Klassenverband beraten, diskutieren und gemeinsam über selbstgewählte Inhalte, Regeln und Maßnahmen entscheiden. Im Klassenrat können Zusammenhalt, das soziale Zusammenleben, eine angenehme Feedbackkultur und gerechte Problemlösungen gefördert und gelernt werden.

Die Demokratisierung von Schule muss auch eine Stärkung von selbstbestimmtem Handeln beinhalten. Deshalb fordern wir, dass Schüler*innen eine größere Wahlfreiheit zwischen unterschiedlichen Themen, Fächern und Projekten gewährt wird. Dazu bedarf es unter anderem einer weniger starren Einteilung in Jahrgangsklassen und Schulfächern. Wir wollen, dass Schule in Zukunft jahrgangsübergreifend und projektorientiert stattfindet.

 

Schule ohne Noten – gegen Leistungsdruck und für ein Lernen ohne Angst!

 

Zwar stehen die Ziffernoten in unserem Schulsystem für konkrete Bewertungen und Lernmotivation, doch in der Praxis sind sie vor allem zum Vergleichen und Aussortieren der Schüler*innen dienlich. Durch Noten in Form von Zahlen entstehen Versagensängste und Leistungsdruck, welche das Lernen der Kinder erschweren. Das aktuelle Bewertungssystem ist weder eine Hilfe bei der Lernplanung, noch bei der Überwindung von Schwierigkeiten. Anstatt Schüler*innen zu motivieren, steigern Noten ihren Stresslevel. Daher fordern wir als GRÜNE JUGEND Berlin den Senat auf ein Konzept zur Umsetzung der Schule ohne Noten zu erarbeiten. Außerdem fordern wir die sofortige Abschaffung der Ziffernoten bis zur achten Klasse, mit dem langfristigen Ziel der kompletten Notenabschaffung. In allen Schulen soll zukünftig mit alternativen, differenzierten Bewertungssystemen gearbeitet werden.
Ein größeres Augenmerk auf Selbstwertgefühl und Selbstwirksamkeit der Schüler*innen anstatt reinen Leistungsdenkens wäre darüber hinaus wünschenswert.

 

Schule für alle – Für Frühausteher*innen und Langschläfer*innen

 

Wer wann am liebsten arbeitet, ist von Mensch zu Mensch unterschiedlich. Durch die starren Unterrichtszeiten sind Schüler*innen jedoch gezwungen, früh aufzustehen, egal ob sie sich morgens gut konzentrieren können oder nicht.

Wir fordern, dass die ersten und letzten beiden Stunden der Schulzeit Gleitphasen werden, in denen Schüler*innen individuell Aufgaben erledigen können. Ob sie früher gehen, früher kommen oder beide Phasen nutzen, soll ihre Entscheidung sein.

 

Inklusion auf allen Ebenen – als Prozess und Chance für alle!

 

Alle Kinder sollen gleichberechtigt am Unterricht teilnehmen können. Auf individuelle Bedürfnisse muss mit entsprechenden Unterstützungsmaßnahmen und nicht mit Aussonderung reagiert werden.
Inklusion kostet Geld. In einer Klasse, in der mehr Kinder mit höherem Förderbedarf sind, braucht es mehr Personal als in einer Klasse, in der ausschließlich Kinder mit niedrigerem Förderbedarf sind. Wir fordern, die Schulen mit mehr Sozialarbeiter*innen und Erzieher*innen auszustatten, sodass Inklusionsklassen von gleichberechtigten pädagogischen Teams betreut werden können.

Förderbedarfe müssen als sich verändernd begriffen werden. In diesem Sinne fordern wir die konsequente Umsetzung einer Prozessdiagnostik, wie sie beispielsweise im Rügener Inklusionsmodell angewandt wird.

Auch andere Differenzkategorien, die nicht im Zusammenhang mit einem Förderbedarf stehen, müssen als Chance und zu wertschätzendes Gut verstanden werden.

In Berlin verlassen ca.10% der Jugendlichen die Schule ohne Abschluss. Dort wo Inklusion momentan nicht im Interesse der jungen Menschen umgesetzt werden kann, braucht es genügend Unterstützung und gut finanzierte Alternativen zur Regelschule wie z.B. Praktikum statt Schule oder Schulkooperationsprojekte mit dem Jugendamt. Perspektivisch möchten wir Schule so gestalten, dass alle jungen Menschen sich in der Regelschule wohlfühlen und ihre Bildungsziele erreichen können.

um unser Ideal der Inklusion im Regelschulbetrieb realisieren zu können wollen wir nicht nur von der, Inklusion verhindernden, Förderschule komplett weggehen sondern Schulen auch baulich dazu ausgestalten wirkliche Inklussion leben zu können.

Um dieses Ideal der Inklusion im Regelschulbetrieb realisieren zu können müssen wir dazu auch von der, Inklusion verhindernden, Förderschule komplett weggehen sowie alle Schulgebäude auch baulich so ausgestalten das wirkliche Inklusion gelebt werden kann.

Dabei ist es uns wichtig das diese Inklusion den Betroffenen hilft und nicht zu ihren Lasten geht.

 

Schulprivatisierung eindämmen – Sonderungsverbot konsequent durchsetzen!

 

Privatschulen sind durch Artikel 7 des Grundgesetzes geschützt und lassen sich deshalb nicht einfach abschaffen. Trotzdem wollen wir klar machen, dass wir das Konzept der Privatschulen nicht befürworten. Wir fordern, dass der Staat so viel Geld wie nur möglich in staatliche Schulen steckt. Deshalb sprechen wir uns dagegen aus, dass der Topf, aus dem Privatschulen finanziert werden, in Zukunft aufgestockt wird. Nach Artikel 7 sind Privatschulen in der Pflicht, zu steuern, dass Schüler*innen von Eltern verschiedener Besitzverhältnisse die Schule besuchen. Wenn sie diesem Auftrag nicht nachkommen, finden wir es notwendig, das Sonderungsverbot konsequent durchzusetzen und Schulen die Schullizenz zu entziehen.

Oft wird argumentiert, dass Privatschulen alternative Schulkonzepte ausprobieren würden. An dieser Stelle ist anzumerken, dass dies in Berlin nur auf einen geringen Prozentsatz der Privatschulen zutrifft.

Trotzdem erkennen wir an, dass es Privatschulen gibt, die neue Lernmethoden entdecken und ausprobieren. Zur Wahrheit gehört aber auch, dass einzelne Privatschulen zwar durch ihre Arbeit alternative Lernmethoden sichtbar machen, diese Methoden aber kaum in den Schulbetrieb der staatlichen Schulen überführen. So kommen sie nur einem kleinen Teil an privilegierten Schüler*innen zu Gute. Diese Praxis sehen wir äußerst kritisch! Schließlich machen Waldorfschulen oder Montessorischulen seit Jahrzehnten gute Erfahrungen mit alternativen Bewertungssystemen und trotzdem werden Schüler*innen an staatlichen Schulen immer noch mit Ziffernnoten bewertet.

Um diese Praxis zu beenden, fordern wir einen Fonds, auf den sich Schulen mit Projekten bewerben können. Die Projekte sollen wissenschaftlich begleitet werden. Nach Beendigung des Projektes sollen die Ergebnisse dem Senat vorgelegt werden, welcher dann entscheidet, ob erprobte Lehr- und Lernmethoden oder Strukturen in den staatlichen Schulbetrieb überführt werden. Bei der Verteilung der Projekte soll darauf geachtet werden, dass dieses Geld verschiedenen Bezirken zu Teil kommt. Gemeinschaftsschulen sowie Schulen mit einem hohen Prozentsatz an Schüler*innen aus Familien mit mindestens einem transferleistungsberechtigten Elternteil, sollen bei der Vergabe bevorzugt werden.

 

Digitalisierung: Medien- und Datenschutzbildung fördern, Netze ausbauen

 

Die ständige Benutzung des Internets ist Realität von Jugendlichen. Handyverbote an Schulen sind für uns keine Lösung. Wir möchten, dass sie einen verantwortungsvollen Umgang mit dem Internet erlernen. Wir halten es daher für notwendig, dass sich alle Schüler*innen mit dem Themenkomplex Datenschutz beschäftigen. Hier können wir uns gut vorstellen, dieses Thema in einer fächerübergreifenden Projektwoche zu bearbeiten. Zu einer solchen Projektwoche soll der Berliner Senat einen Leitfaden erarbeiten, welcher von Schulen unter Einbeziehung der Schüler*innen auf die individuellen Bedürfnisse und Lebensrealitäten der Teilnehmenden angepasst wird.

Alle Lehrer*innen müssen dazu befähigt werden, ihre Schüler*innen in den im Basiscurriculum festgeschriebenen Kompetenzen zu fördern. Medienbildung ist eine fächerübergreifende Aufgabe, der sich keine Lehrkraft entziehen darf. Neben der fächerübergreifenden Medienbildung soll auch explizit der Informatikunterricht gestärkt und fächendeckend schon vor der Oberstufe angeboten werden. Der Informatikunterricht ist nicht von den allgemeinen pädagogischen Ansprüchen des Lernorts Schule ausgenommen.Es ist wichtig, dass Schüler*innen in einem angeleiteten Prozess zuerst die Grundlagen des Programmierens lernen, um dann eigenständig Projekte umzusetzen. Beim Erstellen des Unterrichtskonzeptes müssen zudem Überlegungen miteinfließen, wie man explizit weiblich sozialisierte Personen für das Fach begeistern kann.

Die Netzanbindung muss dringend ausgebaut werden. Oft ist die momentane Infrastruktur an Schulen nicht für mehrere Geräte nutbar. Der Betrieb der Infrastruktur soll nicht abhängig von Lehrer*innen sein, deshalb fordern wir die Einstellung von Techniker*innen an Schulen. Die Software der schuleigenen Geräte muss eine freie Software sein. Es kann nicht sein, dass von Schüler*innen vorausgesetzt wird sich kostenpflichtige Betriebssysteme zu kaufen oder Schulen ihr Geld in Anbieter*innen wie Microsoft oder Apple stecken.

Gute Bildung ist nicht abhängig von den Medien, die zur Verfügung stehen. Smartboards können den Unterricht zwar bereichern. Dafür müssen Lehrer*innen aber fachspezifisch Fortbildungen besuchen. Ohne das Wissen, wie man Smartboards benutzen kann, sind sie im Unterricht nicht nur nutzlos, sondern sogar hinderlich.

 

Koalitionsvertrag ernst nehmen – Gemeinschaftsschulen bauen!

 

Die Situation in der Berliner Schullandschaft ist äußerst prekär: Bis zum Schuljahr 2024/25 wird ein Zuwachs von 70.000 Schüler*innen (derzeit ca. 300.000) erwartet. Doch bereits heute fehlt es sowohl an Lehrkräften als auch an Schulplätzen. Als GRÜNE JUGEND Berlin begrüßen wir deshalb die bereits seit langem notwendige Schulbauoffensive des Berliner Senats. Der im Rahmen dieses Prozesses ins Leben gerufene Landesbeirat Schulbau muss hierbei eine zentrale Rolle einnehmen und intensiv eingebunden werden, um eine demokratische Einbeziehung unterschiedlicher Akteur*innen zu gewährleisten. Insbesondere die Stimme des Landeschüler*innenausschusses darf keine Randerscheinung sein, sondern muss ins Zentrum schulbaupolitischer Planung gestellt werden.

Wichtige Ansätze, wie die Vernetzung und Einbindung von Schulen ins Stadtquartier oder die stärkere Anbindung von Schulen an Natur und Garten, müssen beim Neubau konsequent umgesetzt werden. Außerdem fordern wir, dass im Sinne des ökologischen Bauens mindestens das Gütesiegel in Silber nach dem „Bewertungssystem Nachhaltiges Bauen“ vom Bundesministerium des Innern und für Bau beim Schulneubau eingehalten wird.

Ein besonderes Augenmerk muss auf dem Bau bzw. der Planung von Gemeinschaftsschulen liegen. Im Koalitionsvertrag der Rot-Rot-Grünen Regierung heißt es: „Die Koalition unterstützt bei notwendigem Schulneubau vor allem die Neugründungen von Gemeinschaftsschulen und ermutigt die Bezirke in diese Richtung“. Im Grünen Wahlprogramm von 2016 darüber hinaus: „Wir halten an unserem Ziel fest, eine Schule für alle zu schaffen.“ Wir fordern, dass diesen Worten nun auch Taten folgen. Die Aufnahme der Gemeinschaftsschule als Regelschule ins Berliner Schulgesetz stellt für uns einen weiteren wichtigen Schritt dar. Ungenügend wiederum sind die Bemühungen bei der derzeitigen Schulbauoffensive, Gemeinschaftsschulen vorrangig zu behandeln und zu bauen. In den Planungen des Berliner Senats sind vor allem neue Grundschulen und Integrierte Sekundarschulen zu finden, kaum jedoch explizit als Gemeinschaftsschulen geplante Neubauten. Wir fordern die Umsetzung des Koalitionsvertrages und somit den Bau von neuen Gemeinschaftsschulen. Hierbei müssen den Bezirken und Schulleitungen umfangreichere Anreize geschaffen werden und zusätzliche finanzielle Mittel zur Verfügung gestellt werden um das Konzept der Gemeinschaftsschule zu verwirklichen. Den Bau neuer Gymnasien lehnen wir als GRÜNE JUGEND Berlin ab.

 

Lehrer*innenausbildung: Mehr Pädagogik, mehr Praxis!

 

Die GRÜNE JUGEND BERLIN fordert eine Reform der Lehrer*innenausbildung, die sich an den Schüler*innen orientiert. Die Bildungswissenschaften müssen ins Zentrum der Ausbildung aller Lehrkräfte gerückt werden. Der Umfang und Anteil der Pädagogik, Psychologie, Soziologie und der Fachdidaktik am Lehramtsstudium ist auszubauen. Konkret soll es Wahlmodule geben, in denen sich zwischen fachwissenschaftlicher und bildungswissenschaftlicher Vertiefung entschieden werden kann. So schafft man tatsächlich ein Studium mit Lehramtsoption, in dessen Verlauf sich die Studierenden über ihre Wünsche und Neigungen klar werden können.

Gleichzeitig fordern wir eine stärkere Verzahnung mit der Praxis – auch schon früh im Studium. Eine angemessene Betreuung von Seiten der Universitäten in den Praxisphasen halten wir für unumgänglich. Insbesondere abgeordnete Lehrkräfte sind ein hoher Gewinn für die Studierenden. Ihr Einsatz an den Universitäten muss gefördert werden.

Eine gleiche Dauer der Ausbildung für alle Lehramtsstudierenden, egal für welche Schulform halten wir für ebenso wichtig wie eine Garantie auf einen Referendariatsplatz direkt im Anschluss an den Masterabschluss.

Wir sehen den Quereinstieg als große Chance, setzen aber voraus, dass Quereinsteiger*innen angemessen betreut werden und sich pädagogischen Fähigkeiten in einem geschützten Rahmen aneignen können. Nur so können wir sie als engagierte Lehrer*innen gewinnen und die pädagogische Qualität an den Schulen erhalten.

Der Beamt*innenstatus für Lehrer*innen darf nicht wieder eingeführt werden. Die ungleiche Behandlung in Bezug auf Gehalt, Altersvorsorge, Streikrecht und psychotherapeutische Behandlung sind dafür maßgeblich.

Auch Lehrer*innen sollen lebenslang lernen dürfen. Dafür braucht es die obligatorische Freistellung von der Betreuungs- und Lehrtätigkeit für die verbindliche Wahrnehmung von Fortbildungen. Um die Qualifikation des Schulkollegiums transparenter zu machen, fordern wir für jede Schule einen Index, der Auskunft darüber gibt, welche Fortbildungen wann von einem Mitglied des Kollegiums besucht wurden. Das berlinweite Fortbildungsangebot der Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Familie muss ausgebaut und ergänzt werden.

Schule muss ein Ort sein, an dem sich die Heterogenität unserer Gesellschaft widerspiegelt. Deshalb sind diese drei Maßnahmen unerlässlich: 1) Die Förderung von Diversität innerhalb des Kollegiums, 2) die hinreichende Qualifizierung und Aufklärung von Lehrkräften in Bezug auf Differenzkategorien und den Umgang mit ihnen und 3) die Darstellung von Diversität im Schulalltag, beispielsweise durch einen reflektierten Sprachgebrauch und die Auswahl von Beispielen, die gängige Klischees nicht befördern.

Beschlossen auf der LMV am 03.11.2018.