… Zu oft wird er als Kampfbegriff gegen Frauen und Männer verwendet, die sich nicht mit konservativ-christlich-monogamen Lebensentwürfen identifizieren wollen oder können. Egal ob das Sexualverhalten, die Kleidung oder die Berufswahl als professionelle SexworkerIn gemeint ist: Der Begriff „Schlampe“ attackiert Menschen, meist Frauen, für ihrem Versuch selbstbestimmt zu leben.

Wie auch der Slutwalk Berlin betont, muss der Fokus neben der deutlichen Positionierung gegen Vergewaltigungsmythen oder -verharmlosung auch auf den allgemein in unserer Gesellschaft bestehenden Sexismus gelegt werden. Die nachteilige Stellung von Frauen in nahezu jedem Lebensbereich – ob nun Beruf, Ausbildung oder Privat- und Familienleben – führt zu einem Bild, das Gewalt und Diskriminierung an ihnen zu berechtigen scheint.

Zusätzlich zu diesem Image befinden sich Frauen in strukturellen Hierarchien oft niedrig gestellt und damit wenig Möglichkeit sich wirkungsvoll und offen gegen Übergriffe zu wehren oder abzusichern.
Wir sehen hier die Notwendigkeit weiterhin aktiv und entschlossen um eine komplette Gleichstellung der Frau zu kämpfen.”

Dazu ergänzt Madeleine Richter, Sprecherin im Landesvorstand der GRÜNEN JUGEND Berlin:

“Das Anliegen des Slutwalks ist es auch die Diffamierung von Vergewaltigungsopfern zu benennen und zu verurteilen.
Wird eine Person vergewaltigt, versuchen sich die TäterInnen oftmals ihre eigene Zurechnungsfähigkeit in Frage zu stellen, indem sie auf die Kleidung des Opfers verweisen. Auch in der übrigen Gesellschaft ist der Glaube verbreitet, vergewaltigte Frauen tragen eine Mitschuld an der Tat, wenn sie sich „zu aufreizend“ gekleidet haben. Für uns steht fest: Das ist Zynismus! Der Kleidungsstil eines Menschen ist niemals ein Freibrief für VergewaltigerInnen und nicht entfernt als sexuelles Statement zu sehen.

Damit ist für uns leider klar, dass auch die Forderung nach Selbstbestimmung im eigenem Outfit, Ausdruck oder der Wahl der SexualpartnerInnen weiterhin aktiv an Gesellschaft, Medien und Politik gestellt werden muss.”

Kontakt:
Jan Schnorrenberg, frauen- und genderpolitischer Sprecher: jan@gj-berlin.de
Madeleine Richter, Sprecherin:  madeleine@gj-berlin.de