Die GRÜNE JUGEND Berlin lehnt die Pläne des Senats ab, eine Verwaltungsgebühr in Höhe von 30 Euro für den Kirchenaustritt einzuführen. Das Gesetz soll morgen in erster Lesung in das Abgeordnetenhaus eingebracht werden.

“Offensichtlich missfällt es der CDU, dass immer mehr Menschen in Berlin aus den Kirchen austreten. Eine Verwaltungsgebühr soll wohl dieser Entwicklung Einhalt gebieten. Man stelle sich nur vor, eine Partei würde eine Austrittsgebühr verlangen. Solch eine Regelung hätte sicherlich nicht lange Bestand. Ausgerechnet aber bei einer Institution, in der die meisten Mitglieder unfreiwillig in ihren ersten Lebensjahren durch die Taufe zu Mitgliedern der Kirche werden, soll dies rechtens sein”, kritisiert Robin Völker, Sprecher der GRÜNEN JUGEND Berlin.

Kati Bachnik, Sprecherin der GRÜNEN JUGEND Berlin, ergänzt: “Als Grüne Jugend kritisieren wir schon lange, dass einige Religions- und Weltanschauungsgemeinschaften als Körperschaften des öffentlichen Rechts besondere Privilegien genießen. Dazu gehört die staatlich organisierte Mitgliederverwaltung für die Kirchen. Glaube und Religion ist aber Privatsache. Wir verlangen daher von den Kirchen, die Kirchensteuer selbst einzutreiben und die Kosten von Kirchenaustritten selbst zu tragen. Wir fordern eine strikte Trennung von Staat und Kirche. Denn nur so ist eine Gleichbehandlung aller Religions- und Weltanschauungsgemeinschaften zu gewährleisten. Gerade in Berlin, wo gerade einmal rund ein Viertel der Bevölkerung Mitglied einer Kirche ist, ist eine Sonderstellung der Kirchen in keinster Weise zu rechtfertigen. Wir fordern daher alle Mitglieder des Abgeordnetenhauses auf, gegen den Gesetzentwurf des Senats zu stimmen.”