beschlossen auf der 1. außerordentlichen Landesmitgliederversammlung am 05. März 2012

In den letzten Jahren ist in unserem Verband viel passiert. Nicht zuletzt die Abgeordnetenhauswahl 2011 und Ereignisse in ihrem Schlagschatten verlangten uns als Verband sehr viel ab. Wir haben mittlerweile wieder starke Bezirksgruppen, Fachforen blühen auf und verwelken wieder, die Aktiventreffen sind nicht so aktiv wie sie sein könnten und noch viele andere Änderungen haben sich in den letzten Jahren vollzogen. Spätestens auch zwischen den Hochtouren und Bezirkswahlkämpfen wurde vielen von uns deutlich, dass die bestehenden Strukturen der GRÜNEN JUGEND Berlin auf den Prüfstand gehören. Vor allem das Halten von Neumitgliedern, alten Häs*innen und interessierten Menschen, das Begeistern von jungen Berliner*innen für politisches und gesellschaftliches Engagement, ist unserem Verband im letzten Jahr nicht einfach gefallen. Mit Blick auf die anstehende Bundestagswahl 2013 wird deutlich: Berlin braucht eine kreative, grüne und stachelige GRÜNE JUGEND die des kritischen Nachfragens nicht müde ist und sich kritisch-konstruktiv bei den Altgrünen einmischen und in Bündnissen oder alleine politische Akzente setzen kann.
Dieser Antrag soll, um dies auch in Zukunft sicher zu stellen und die sichtbar gewordenen Problemfelder anzugehen, einen Strukturprozess anstoßen, der unseren Verband bis zum nächsten Jahr begleiten, evaluieren und analysieren soll. Wir wollen uns selbstkritisch mit unseren eigenen Strukturen auseinander setzen. Der anstehende Prozess soll dem müden Igel Wasser reichen und seine Stacheln spitzen, damit er gleichzeitig neu und in alter Frische ans Werk gehen kann.

Der Strukturprozess soll dabei in zwei Phasen geteilt werden:

Die erste Phase soll mit der Wahl der Strukturkommission auf der ersten ordentlichen Landesmitgliederversammlung Ende April beginnen. In dieser Zeit soll hauptsächlich eine Analyse der Strukturen der GRÜNEN JUGEND Berlin erfolgen, in deren Verlauf im Rahmen von Treffen mit allen Gremien (Bezirke, Aktiventreffen, Fachforen, GJB-Ausschuss, Landesvorstand, Webredaktion, Frauen- und Genderteam) alle beobachteten bzw. empfundenen Probleme gesammelt und geordnet werden sollen. Als Ergänzung dieses Sammlungs- und Strukturierungsprozesses empfehlen wir mindestens ein offenes Strukturtreffen neben den Gremientreffen. Abgeschlossen wird diese Phase mit einem großen Bericht auf der zweiten ordentlichen Landesmitgliederversammlung Ende des dritten Quartals.

Phase zwei sieht vor, im Anschluss an die Landesmitgliederversammlung Ideen und Lösungsmöglichkeiten zu Strukturproblemen der GRÜNEN JUGEND Berlin zu sammeln, auch das gemeinsam mit allen Gremien des Landesverbandes. Zu diesem Zeitpunkt wird empfohlen, mehrere offene Strukturtreffen als Ergänzung zu den erneuten Treffen mit den Gremien zu veranstalten. Innerhalb dieses Zeitraumes muss außerdem ein durch die Mitglieder der Strukturkommission moderiertes Aktiventreffen stattfinden, welches eine offene Aussprache der GJB-Mitglieder über die Strukturprobleme zum Ziel hat. Bei diesem können gleichzeitig gemeinsam Lösungsvorschläge erörtert werden. Die Gestaltung des Aktiventreffens obliegt dabei der Strukturkommission. Auf Grundlage der gesammelten Thesen schreibt die Strukturkommission Satzungsänderungsanträge für eine außerordentliche Landesmitgliederversammlung falls möglich bereits Ende November 2013, spätestens aber Anfang Februar 2013, auf der sie abschließend diskutiert und zur Abstimmung gestellt werden.

Es ist dabei sehr wichtig, dass der Strukturprozess nachhaltig, offen und transparent gestaltet wird. Die Realisierung der Satzungsänderungsanträge sollte in einer Art und Weise erfolgen, dass sich der Landesverband trotzdem auf seine Arbeit, beispielsweise die Koordination des Bundestagswahlkampfes 2013, konzentrieren kann ohne gleichzeitig mit den Nachbeben möglicherweise größerer Umgestaltungen im Verband kämpfen zu müssen. Wir sind davon überzeugt, dass die Strukturänderungen einen großen Beitrag dazu leisten können, mehr politische Partizipation, mehr politisches Engagement sowie einen erfolgreichen Bundestagswahlkampf 2013 mit einer gleichzeitigen Entlastung des Landesvorstandes ermöglichen zu können.

Daher beruft die GRÜNE JUGEND Berlin eine Strukturkommission ein, bestehend aus vier Personen, die auf der ersten ordentlichen Landesmitgliederversammlung 2012 gewählt werden müssen. Die Aufgaben der vierköpfigen Strukturkommission sollen in erster Linie darin liegen, den Strukturprozess administrativ zu begleiten. Sie sind für die Sammlung und Aufbereitung von Protokollen der Strukturtreffen zuständig und sollen ferner den Kontakt zu den beteiligten Gremien halten. Außerdem sollen sie einem Großteil der Strukturtreffen persönlich beiwohnen und sie moderieren. Als Kommission sollen sie den Strukturprozess inhaltlich begleiten. Sollte ein Mitglied der Strukturkommission zurücktreten, so muss die Nachwahl innerhalb von 4 Wochen auf einem Aktiventreffen oder einer Landesmitgliederversammlung erfolgen.
Die Strukturkommission ist selbstverständlich quotiert zu besetzen.

Alle Mitglieder der GRÜNEN JUGEND Berlin sind dazu eingeladen, sich an diesem Strukturprozess zu beteiligen, ob in der Kommission oder bei den Strukturtreffen. Alle Ideen, Kritik und Wünsche, die Ihr habt sind ausdrücklich erwünscht und bereichern den Strukturprozess. Wir wünschen uns einen breite Diskussion im Verband, der die Basis auf den Aktiventreffen genauso anspricht wie die Fachforen oder die Bezirksgruppen. Helft mit und sorgt dafür, dass der Prozess ein Erfolg wird!