Die Grüne Jugend Berlin möge die Forderungen „Rettet die Bäder! Schwimmbadschließungen stoppen!“ der DLRG unterstützen.
Schwimmen ist eine der größten kulturellen Fähigkeiten, welche Menschen aller Altersklassen ausüben. Öffentliche Schwimmhallen bieten hierfür das gesamte Jahr über einen sozialen Treffpunkt, in dem Schwimmvereine ihren Ausbildungs- und Trainigsraum haben, Schulen ihren Lehrplan erfüllen können und den man privat aufsucht, um seine Gesundheit zu fördern. Dazu bieten sie eine größere Vielfalt an Freizeitmöglichkeiten in den Kommunen.
Doch das kulturelle Gut „Schwimmen“ ist in Gefahr. Zwischen 2007 und 2015 haben in Deutschland 371 Schwimmbäder geschlossen, weitere 670 sind seitdem von einer Schließung bedroht. Für den Betrieb und die Eintrittspreise von Schwimmhallen sind die Kommunen zuständig, welche nötige Investitionen für Sanierungen aufschieben. Die Unterfinanzierung einer Halle führt zu rückläufiger Attraktivität.
Die Auswirkungen tragen alle, welche nicht auf das Schwimmen verzichten wollen, oder können. Der Schwimmunterricht ist in Deutschland üblicherweise Bestandsteil des Lehrplanes in der dritten Klasse. Doch mittlerweile haben 25% der Grundschulen keinen Zugang zu einem Schwimmbad mehr. In den Großstädten ist dieses Problem noch geringer als auf dem Land.
Durch das ausfallende Schulschwimmen übersteigt die Nachfrage die Kapazitäten von Schwimmkursen, welche z.B. von Rettungsorganisationen, wie der DLRG angeboten werden, bei weitem. Diese beklagen sich auch über fehlende Hallenflächen und hohe Nutzungskosten, weil unter diesen Umständen keine qualitative Rettungsschwimmausbildung stattfinden kann.
Die Folgen von fehlender Schwimm- und Rettungsschwimmausbildung zeigen die Gefahren, welche durch Bäderschließungen entstehen. Im Jahr 2018 ertranken in Deutschland 504 Menschen. Dazu sind 60% aller zehnjährigen keine sicheren Schwimmer. Die Zahl der abgenommen Schwimmprüfungen sank im Vergleich zum Vorjahr um 4500 Prüfungen.
Wir fordern als Maßnahme für die ausreichende Verfügbarkeit von Schwimmhallen eine staatliche Gesellschaft, welche einen bundesweiten Masterplan ausarbeitet und umsetzt. Dieser hat eine angemessene und nachhaltige Bäderversorgung durch systematische Bedarfsplanung sicherzustellen. Auf allen räumlichen Ebenen muss der Bedarf der Öffentlichkeit, der Schulen und der Sportvereinen wissenschaftlich ermittelt und Raumprogramme aufgestellt werden. Der Finanzbedarf beträgt etwa 14 Milliarden Euro, der je zur Hälfte vom Bund und Ländern/Kommunen getragen wird.
Dem Problem der Bäderschließungen kann nur bundesweit begegnet werden. Wir fordern den Senat Berlin deshalb auf, bundespolitisch Druck zu machen, um der Petition der DLRG mehr Kraft zu verleihen.

 

Beschlossen auf der LMV am 10./11.05.2019.