Am Montag, den 31. Mai, hatten wir die Junge Union in Gestalt von Conrad Clemens, Landesvorsitzender der JU Berlin, und ungefähr fünf von ihm mitgebrachten Partei -FreundInnen zu Gast. Der 27jährige jung-Konservative referierte über die Schwerpunktthemen der Jungen Union in Berlin, mit dabei Generationengerechtigkeit, „Jugendthemen“, Wirtschaft, Arbeit und Soziales sowie Bildung. Vor allem letztes führte zu einer sehr kontroversen Diskussion in der er mit seinem Ideal der gleichen Bildung für alle bei Beibehaltung von Elitenförderung auf viel Unverständnis stieß. „Ich möchte, dass alle gemeinsam lernen“, hielt Madeleine Richter, Sprecherin der GRÜNEN JUGEND, dagegen und plädierte damit für ein eingliedriges Schulsystem. Conrad widersprach dem Vorwurf, die CDU stelle sich einer Reform des Schulsystems entgegen. Sie könne ihre Strategie lediglich „nicht so gut kommunizieren“ sagte er, „die Linken verkaufen sich eben besser.“ Und er gab zu, dass die Junge Union mit dem Erhalt des Gymnasiums Elitenförderung unterstützt.
Mit BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN sah er viele Schnittpunkte, vor allem im Bereich der Bio-Ethik, allerdings auch vieles Trennendes. Und obgleich er seine Mutterpartei als diejenige empfand, der die „Bewahrung der Schöpfung“ am Herzen läge und deren Bestreben es sei, „Berlin zur Öko-Hauptstadt Deutschlands zu machen“, konnte er sich mit seiner Befürwortung der A100 doch nicht alle Sympathiepunkte sichern- selbst mit seinem Zusatz einer integrierten Breit-Fahrradspur. Das schwarze Projekt “Ecotropolis”, das Elektroautos in der Stadt auf dem Weg bringen will, sehen wir kritisch, da es eine Förderung des Individualverkehrs darstellt und aus Vattenfall Atomkohlestrom nicht gerade umweltfreundlich ist, wie Vito den JUlerInnen zu denken gibt. Ein bisschen mehr bieten – das muss er, wenn seine Vision für 2011 mehr als leere Worte sein soll. Denn da könnte er sich eine schwarzgrüne Koalition in Berlin gut vorstellen. Und auf Nachfrage auch eine grünschwarze. Nur Ströbele als Bürgermeister, das wäre ihm dann doch zu viel. Wie schade, mit Fahrradspuren auf der A100 hätte er den doch wenigstens ein bisschen glücklicher machen können – aber eben nur ein bisschen.