Am Freitag, den 28. September, hat die GRÜNE JUGEND Berlin sich an der Kundgebung gegen eine Militarisierung von Bildung im Rahmen der Antimilitaristischen Woche (http://antimilaktionswoche.wordpress.com/aufruf/) beteiligt.

Kati Bachnik, Sprecherin der GJB, hielt dabei die hier veröffentlichte Rede.

“Wir. Dienen. Deutschland.”, Adler, Flagge und Trara vom tollen Leben als Soldat*in. Dies ist der Job der Jugendoffizier*innen, die jedes Jahr in die Schulen strömen. Seit der Abschaffung der allgemeinen Wehrpflicht ist die Bundeswehr stark auf die Anwerbung von sogenannten Freiwilligen angewiesen. Dafür nutzt sie starke Präsenz im öffentlichen Raum – vor allem in staatlichen Schulen.
Die Jugendoffizier*innen haben die Aufgabe, die Schüler*innen und Lehrer*innen über die Aktivitäten der Bundeswehr und aktuelle sicherheitspolitische Herausforderungen der Bundeswehr zu informieren. Dabei darf nicht vergessen werden, dass die wahre Intention dieser Schulbesuche die Stärkung des Militärs ist. Um ihr Ziel zu erreichen, nutzen diese Offiziere gezielt verzehrte Bilder: Im Vordergrund stehen das Prestige der Uniform, spannende Kriegstechnik und heldenhafte Strategiespiele.

Gute Ausbildung, exzellente Verdienstmöglichkeiten, bezahltes Studium, spannende Tätigkeiten und dabei noch den ehrenhaften “Dienst für das Vaterland” leisten. Damit ködern die Jugendoffizier*innen die jungen Menschen. Eine differenzierte Auseinandersetzung mit Krieg, Militär und der alternativen zivilen Konfliktbearbeitung ist nicht dabei nicht gewollt und wird durch den straffen Zeitplan nicht ermöglicht.

Die Anwerbestrategien von Freiwilligenarmeen sind i.d.R. perfide: Sie versuchen, durch Autorität zu beeindrucken, sie verschleiern, sie beschönigen und führen Menschen mit diesen Versprechungen in Versuchung. Jungen Menschen
wird suggeriert, die Bundeswehr sei ein Job wie jeder andere.
Die GRÜNE JUGEND Berlin wehrt sich gegen diese Verharmlosungsstrategien! Wir wollen nicht, dass Kinder und Jugendliche von Bundeswehr-Offizier*innen geködert werden!

Die Schulen sollten ein werbefreier Schutzraum zur Entwicklung von jungen Menschen sein. Wenn selbst ortsansässige Universitäten oft nicht den gleichen zeitlichen Rahmen bekommen, sich vorzustellen, warum sollte dieses Sonderrecht ausgerechnet dem Militär zustehen?

Bei der Präsentation wird von den Offizier*innen verharmlost bzw. verschwiegen, dass es zum Beruf einer*eines Soldat*in gehört, gehorsam Befehle anzunehmen und dabei Gewalt auszuüben, tödliche Waffen zu benutzen und zu töten.

Die Bundeswehr ist nicht etwa eine Verteidigungsarmee, die auf dem Verständnis des Pazifismus und der Selbstverteidigung beruht, sondern globalisierter Militarismus pur. Mit Krieg werden geopolitische und wirtschaftliche Interessen durchgedrückt. Krieg wird geführt, damit er sich auszahlt. Es gibt keine Humanitären Kriegseinsätze!

Wir wollen nicht, dass Schülerinnen und Schülern erzählt wird, sie müssten Deutschland am Hindukusch verteidigen!
Vorallem dann nicht, wenn die Auslandseinsätze der Bundeswehr im Rahmen von NATO-Missionen verfassungsrechtlich umstritten, politisch immer fragwürdiger und von der Mehrheit der Bevölkerung abgelehnt werden.

Deshalb fordern wir:

  • Bundeswehr raus aus den Schulen!
  • Das Verbot von Militärwerbung! – Kein Werben fürs Sterben!
  • Den sofortigen Stopp der Kriegseinsätze!
  • Die Abschaffung der Bundeswehr und in letzter Konsequenz eine Welt ohne Waffen!
  • Außerdem die konsequente Weiterentwicklung der Vision einer grenzen- und staatenlosen Welt