2026AllgemeinQueerfeminismus

Gegen sexualisierte Gewalt im Netz

By 6. Juni 2026Juni 17th, 2026No Comments

Initiator*innen: Elena Steinbach
Titel: Gegen sexualisierte Gewalt im Netz

Sexualisierte Gewalt im Netz ist keine Randerscheinung – sie ist Alltag, und sie
trifft allermeistens uns. 70 Prozent der befragten Mädchen und jungen Frauen in
Deutschland berichten von Bedrohungen, Beleidigungen und Diskriminierungen in sozialen Medien, das ist öfter als auf der Straße.
Laut der Studie „Lauter Hass– leiser Rückzug“ gab rund jede zweite Frau, die von Hass im Netz betroffen war,
an, dass sich dieser auf ihr Aussehen bezog. 76 Prozent der Befragten sind
bereits Hate Speech im Netz begegnet, besonders häufig jüngere Nutzerinnen unter 25 Jahren. Diskriminierende, sexualisierende und bedrohende Kommentare richten sich überproportional gegen FLINTA, queere Personen und People of Color.
Deshalb ziehen sich viele aus sozialen Medien zurück, posten weniger, schweigen. Das ist kein individuelles Problem, das ist strukturelle Gewalt, die Menschen aus dem öffentlichen Raum verdrängt. Und dieser öffentliche Raum ist heute auch digital und von einigen Wenigen reguliert.
Wir verbringen einen großen Teil unseres politischen und sozialen Lebens auf Instagram, TikTok und Co. und erleben dort, wie Hass und Sexualisierung gezielt eingesetzt werden, um uns zum Schweigen zu bringen. Plattformen reagieren zu langsam, löschen zu selten, und schützen Betroffene nicht ausreichend. Dagegen wollen wir als Grüne Jugend Berlin aktiv etwas tun.

Die FLINTA* Vollversammlung stellt fest:

  1. Sexualisierte Gewalt im Netz trifft FLINTA* systematisch und hat konkrete
    Folgen: Selbstzensur, Rückzug aus dem öffentlichen Raum und psychische
    Belastung. Das ist ein politisches Problem, kein individuelles.
  2. Meldungen durch Accounts mit Reichweite und Sichtbarkeit erhöhen
    nachweislich den Druck auf Plattformen, Inhalte tatsächlich zu löschen.
    Als Grüne Jugend Berlin haben wir diese Reichweite und wir sollten sie
    nutzen.
  3. Viele Betroffene wissen nicht, wo sie Hilfe bekommen oder wie sie sich
    wehren können. Als politische Jugendorganisation können wir nicht nur
    melden, sondern auch informieren, vernetzen und auf Unterstützungsangebote
    hinweisen.
    Die FLINTA* Vollversammlung fordert:
  4. Die Grüne Jugend Berlin nutzt ihre offiziellen Social-Media-Accounts
    aktiv, um sexualisierende, diskriminierende und bedrohliche Posts und
    Kommentare auf den gängigen Plattformen zu melden, koordiniert und
    sichtbar.
  5. Es wird ein einfaches Verfahren entwickelt, über das Mitglieder solche
    Inhalte intern weitermelden können, damit wir gebündelt und schnell
    handeln können.
  6. Die Grüne Jugend Berlin vernetzt sich aktiv mit Beschwerde- und
    Beratungsstellen zu sexualisierter Gewalt im Netz, zum Beispiel HateAid
    oder jugendschutz.net, und leitet Betroffene gezielt an diese weiter, etwa
    über unsere Social-Media-Kanäle und die Website.
  7. Die Grüne Jugend Berlin setzt sich auf Landes- und Bundesebene dafür ein,
    dass Plattformen gesetzlich stärker verpflichtet werden, sexualisierte
    Gewalt im Netz konsequent zu löschen und Betroffene besser zu schützen.


    Begründung
    erfolgt mündlich