2026Allgemein

Für gute und faire Debatten in der GRÜNEN JUGEND

By 1. März 2026März 9th, 2026No Comments

Als GRÜNE JUGEND Berlin stehen wir für Basisdemokratie im Verband. Das heißt für uns, dass wir selbst als Landesverband Basisdemokratie konsequent leben wollen.

Konkret bedeutet das für uns, dass sich alle Mitglieder ermutigt fühlen sollen, sich in Debatten einzubringen – egal ob auf Bezirks-, Landes-, oder Bundesebene. Dafür braucht es ein Debattenklima, das es allen Mitgliedern möglich macht, sich frei – mit der eigenen Position unabhängig von anderen – in diese Debatten einzubringen.

Eine besonders wichtige Debatte in diesem und letzten Jahr ist die Debatte um eine Erhöhung des Mitgliedsalters in der GRÜNEN JUGEND. Strukturfragen wie diese sind keine Selbstbeschäftigung, sondern entscheiden sehr konkret darüber, wie die Räume, in denen wir unsere politische Arbeit ausüben, gestaltet sind und wer Teil davon sein kann. Es ist daher nachvollziehbar, dass diese Frage für viele Mitglieder aus unterschiedlichen Gründen von großer Bedeutung ist und die Perspektiven sehr vielfältig sind. Deswegen begrüßen wir es auch, wenn wir im Verband und als Mitglieder ins Gespräch miteinander kommen und unsere Perspektiven und Sichtweisen teilen, auch wenn sie unterschiedlich sind.

Gleichzeitig wurde die Debatte auf dem letzten Bundeskongress von vielen Beteiligten als belastend und wenig konstruktiv wahrgenommen. Wir erkennen an, dass im Vorfeld des Bundeskongresses Debattenräume innerhalb des Landesverbands zu dieser Frage gefehlt haben, um Mitgliedern zu ermöglichen, ihre Perspektiven zu teilen, sich auszutauschen, und sich eine ausgewogene Meinung zu bilden. Es fehlte der persönliche Austausch einzelner Mitglieder über unterschiedliche Perspektiven auf diese Frage anstelle der öffentlichen, oft Grenzen überschreitenden Auseinandersetzung. Umso wichtiger ist es, aus dieser Erfahrung Konsequenzen für unser innerverbandliches Debattenverständnis zu ziehen.

Eine offizielle Position als Landesverband zu dieser Debatte würde genau das verhindern, was es aus basisdemokratischer Perspektive braucht: Die Möglichkeit, dass sich alle Mitglieder unabhängig und ohne Druck eine eigene Meinung bilden können. Denn jedes Mitglied blickt vor dem Hintergrund ganz eigener Perspektiven und Erfahrungen auf diese Frage. Beschlüsse zu wichtigen Verbandsfragen, die eine Position als gesamter Landesverband festlegen, lassen diese Vielfalt an Perspektiven außer Acht und bauen eine Erwartungshaltung und Druck auf, dass Mitglieder eine bestimmte Meinung haben müssen. Dies ermöglicht auch dem Landesvorstand, offene Debattenräume zu schaffen und zu begleiten, ohne selbst auf eine bestimmte Position festgelegt zu sein.

Deshalb beschließt die Landesmitgliederversammlung, dass die GRÜNE JUGEND Berlin als gesamter Landesverband keine Stellung zur Frage der Erhöhung des Mitgliedsalters bezieht. Stattdessen sind alle Mitglieder aufgefordert, sich eine eigene Meinung zu bilden und diese laut, aber respektvoll in die Debatten einzubringen. Der Landesvorstand wird aufgefordert, hierzu vor dem nächsten Bundeskongress Debattenräume zu öffnen, um einen ausgewogenen Meinungsbildungsprozess zu ermöglichen.