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Stachelig geht’s weiter: Unser Arbeitsprogramm für das kommende Jahr

By 10. Januar 2022No Comments

Hier gibt’s das Arbeitsprogramm als Kurzfassung.

Begleitung der Regierungsarbeit

Wir waren fleißig! Bei der Erarbeitung des Landes- und der Bezirkswahlprogramme haben wir uns als Grüne Jugend so viel eingebracht wie noch nie. Wir konnten viele unserer Positionen in die Wahlprogramme verhandeln und haben damit den Grundstein dafür gelegt, dass aus unseren Forderungen Gesetze werden. Jetzt liegen 5 Jahre grüne Regierungsbeteiligung in Berlin vor uns, in denen wir dafür sorgen müssen, dass diese Forderungen auch umgesetzt werden. Wir sind in diesem Wahlkampf angetreten für eine offene Stadt für alle, in der Klimaschutz konsequent umgesetzt wird und Wohnen für alle bezahlbar ist. Deshalb werden wir die Grünen weiterhin bei jeder Gelegenheit daran erinnern, dass wir die Stadt nur mit einer linken, progressiven Politik voranbringen können. Wir bleiben stachelig! Wir wollen uns als Verband weiterhin inhaltlich mit diesen Themen auseinandersetzen, damit wir die Regierungsarbeit kritisch begleiten können. Der Landesvorstand soll ein Konzept für ein gutes Wissensmanagement erarbeiten, damit wir auch in ein paar Jahren noch wissen, welche Forderungen wir mit den Grünen verhandelt haben.

Zusammenarbeit mit den Bündnisgrünen

Als Grüne Jugend verstehen wir uns als eigener Verband, der sich aktiv in die Grüne Partei einbringt. Leider ist diese Rolle bisher nicht allen Grünen Mitgliedern bewusst. Wir wollen das ändern! Dazu soll der „Was ist eigentlich die Grüne Jugend?“ Wanderworkshop reaktiviert werden und in den Grünen Kreisverbänden angeboten werden. Außerdem wollen wir uns weiterhin konkret mit linken Positionen einmischen. Gerade der Regierungsprozess in Berlin muss von uns kritisch begleitet werden! Junge Menschen brauchen Räume: dazu gehören auch Plätze bei den Grünen.

Bei den Landeslisten zur Wahl haben wir es geschafft, Kandidat*innen aufzustellen. Dabei wollen wir es aber nicht belassen und uns weiterhin aktiv bei den Grünen einmischen: dazu gehört ein Platz für eine GJ Person im Landesvorstand der Grünen, aber auch in allen weiteren Parteigremien, in denen wir bisher nicht vertreten sind.

F*INT Förderung

Als queerfeministischer Verband ist für uns die Förderung von Frauen, inter, nicht-binären und trans* Personen ein unersätzlicher Bestandteil unserer politischen Arbeit. Wir wollen unsere inhaltlichen queerfeministischen Positionen weiter schärfen und darüber hinaus daran arbeiten, dass keine Person aufgrund ihrer Geschlechtsidentität von politischer Teilhabe ausgeschlossen wird. Das bedeutet für uns auch, dass wir unsere eigene Arbeit fortwährend kritisch begleiten und unsere Strukturen, wenn nötig, anpassen müssen.

Es soll eine regelmäßige Vernetzung von Personen geben, die in den Bezirksgruppen für FINT*-Förderung verantwortlich sind. FINT*-Förderung im gesamten Landesverband kann nur funktionieren, wenn wir auch die Bezirksgruppen mitnehmen. Dabei wollen wir die Verantwortlichen unterstützen und mehr Möglichkeiten zum Austausch bieten. Bei Landesmitgliederversammlungen soll es für die Debatten, Anträge und weiteren Programmpunkte wie Workshops oder Grußwörter ein Gender Watch geben. Das bedeutet, dass es ein Team von Personen gibt, die mitzählen, wie viel Redezeit von FINT*-Personen im Vergleich zu cis-männlichen Personen genutzt wird. So bekommen wir eine Rückmeldung, ob die Debatten bei unseren Mitgliedern cis-männlich dominiert sind oder ob wir es gut hinkriegen, dass F*INT Personen sich genauso einbringen wollen und können. Außerdem soll es im nächsten Jahr wieder eine FINT*-Vollversammlung geben. Bei FINT*-Förderung gibt es häufig die Gefahr, dass sie sich absichtlich oder unabsichtlich nur an (cis) Frauen richtet. Wir wollen verhindern, dass die Förderung von inter, nicht-binären und trans* Personen vergessen wird. Deshalb soll das FINT*- und genderpolitische Team in Zusammenarbeit mit inter, nicht-binären und trans* Aktivist*innen/Organisationen ein Seminar zu INT-politischen Themen erarbeiten. Vor dem Seminar soll es einen Safer Space ausschließlich für inter, nicht-binären und trans* Personen geben. Wir beobachten immer wieder, dass es politischen Themenfelder gibt, mit denen sich vor allem cis-Männer öffentlich auseinandersetzen. Das wollen wir mit Seminaren oder Workshops aufbrechen, die explizit für FINT*-Personen sind. Themen können Energie, Digitalisierung oder Verkehr sein.

Bildungsarbeit

Im letzten Jahr konnte die Grüne Jugend Berlin viele neue Mitglieder dazugewinnen. Es ist toll, dass wir wachsen und immer mehr junge Leute Lust auf linke, grüne Politik haben! In einigen Punkten ist das aber auch eine große Herausforderung. In der Grünen Jugend Berlin gibt es einige Regeln oder Strukturen, die nicht für alle neuen Mitglieder von alleine verständlich sind. Wir wollen ein niedrigschwelliger Verband sein, in dem sich neue Leute schnell zurecht finden. Deshalb soll der Landesvorstand in Zusammenarbeit mit erfahreneren Mitgliedern Wanderworkshops für die Bezirksgruppen anbieten, in denen unter anderem die FINT*-Quotierung und das Vielfaltsstatut erklärt werden. Wir wollen nicht nur voraussetzen, dass sich alle Mitglieder an unsere Regeln im Verband halten, sondern auch erklären, warum wir diese haben.

Außerdem soll es einen Workshop zum Moderieren von Sitzungen und Mitgliederversammlungen geben, damit es mehr Menschen im Verband gibt, die zum Beispiel im Präsidium einer Landesmitgliederversammlung sitzen können. Zudem können diese Workshops ein Ort sein, um Verbandsstrukturen und Abkürzungen zu erklären. Bei laufenden Debatten wollen wir dafür sorgen, dass keine Wissenshierarchien entstehen und neue Menschen aktiv an anhaltenden Debatten mit wirken können. Das kann beispielsweise Einstiegsworkshops zu verschiedensten Themen umfassen. Wir wollen uns als Verband mehr mit dem Thema Religionen und Weltanschauungen auseinandersetzen, um unter anderem bei unserer Social Media Arbeit sensibler arbeiten zu können. Wir wollen weiterhin an der guten Zusammenarbeit mit der Grünen Jugend Brandenburg festhalten und zusammen Veranstaltungen organisieren.

Einbindung von Neumitgliedern

Damit wir all unsere Neumitglieder gut in unsere Strukturen integrieren können, müssen auch weiterhin regelmäßig Neuentreffen auf Landesebene organisiert werden. Der Landesvorstand soll im kommenden Jahr außerdem einen (digitalen) Flyer speziell für Neumitglieder erstellen, in dem die wichtigsten Infos für ein gutes Ankommen im Verband festgehalten sind. Darüber hinaus wollen wir auch die Übersichten zu Zugängen, Gruppen Links, Fachforen und so weiter überarbeiten und ausarbeiten. Um die Mitarbeit in unserem Verband möglichst niedrigschwellig zu gestalten, wollen wir auf der Website, eine Unterseite für Neumitglieder ergänzen, auf der sich sowohl Links zu Gruppen, als auch Ansprechpartner und ein grober Überblick über unseren Verband befinden. Dieser Teil der Website soll möglichst auch in leichter Sprache verfügbar sein.

Neben der Einbindung von Neumitglieder streben wir eine Kultur des nachhaltigen Aktivismus an. Mitglieder die schon länger dabei sind und keine feste Position mehr innehaben, wollen wir im Verband halten und sie dazu ermutigen ihr Wissen und ihre Erfahrung zum Beispiel als Workshopleiter*innen an Neumitglieder weiterzugeben.

Unterstützung von Fachforen

Als GRÜNE JUGEND Berlin wollen wir nicht nur Bildungsarbeit leisten, sondern auch selber Themen bearbeiten und Forderungen für eine gerechte, nachhaltige Welt aufstellen. Die Fachforen (FaFos) sind dafür die zentralen Schnittstellen in unserem Landesverband, in denen Bildungsarbeit und das Verfassen von Forderungen, sowie Anträgen aufeinandertreffen.

Um insbesondere während einer grünen Regierungsbeteiligung in Berlin und im Bund die Arbeit der Altgrünen kritisch und konstruktiv zu begleiten, möchten wir die FaFos stärken und eingeschlafenen Fachforen wieder neues Leben einhauchen. Neumitglieder sollen über die Arbeit in Fachforen informiert werden, damit sie wissen, wie Fachforen funktionieren und wie sie sich einbringen können. Um die Fachforen langfristig zu stärken, wollen wir regelmäßige Vernetzungstreffen auf Landesebene organiseren, damit auch die FaFos in die Vernetzungsstruktur integriert werden. Der Landesvorstand sollte zukünftig, ähnlich wie bei den Bezirksgruppen, Ansprechpersonen festlegen. Der kommende Landesvorstand muss insbesondere auch als Schnittstelle zwischen Bündnissen und Fachforen funktionieren und die Vernetzung mit entsprechenden thematischen Bündnissen fördern und ermöglichen. Außerdem soll den FaFos geholfen werden, die Wolke stärker zu nutzen, um dort ihre Arbeit zu archivieren.

Bündnisarbeit

Als GRÜNE JUGEND Berlin verstehen wir uns als Brücke zwischen den Grünen und zivilgesellschaftlichen Bewegungen. Um diese Brücke in den nächsten Jahren wieder zu verstärken, wollen wir unsere Bündnisarbeit verbessern. Wir wollen die Forderungen der Bündnisse in die Partei tragen.

Um es vor allem neueren Mitgliedern zu erleichtern, soll eine Übersicht der Bündnisse erstellt werden, in denen wir aktiv sind oder waren. Auf dieser Liste sollten am besten auch einzelne Ansprechpersonen festgehalten werden. Die Bündnisvernetzungstreffen wollen wir reaktivieren und regelmäßig alle zwei Monate stattfinden lassen. Dazu soll in der Aktiven-Gruppe eingeladen werden. Außerdem soll es einen aktuellen Leitfaden geben, der erklärt, wie man als Einzelperson die Grüne Jugend Berlin innerhalb eines Bündnisses vertreten kann.Zusammen sind wir stärker: Da wo wir Gemeinsamkeiten haben, wollen wir weiterhin mit den Jusos und der Linksjugend Solid uns für die Interessen von jungen Menschen einsetzen.

Miteinander im Verband

Als GRÜNE JUGEND Berlin ist es uns wichtig, ein Verbandsklima zu schaffen, in dem alle respektvoll miteinander arbeiten und von- und miteinander lernen können. Wir schätzen die Vielfalt an Positionen und Ansichten, die innerhalb der Grünen Jugend vertreten sind und erkennen an, dass die GRÜNE JUGEND Berlin auch ein Raum für kontroverse Diskussionen sein muss. Denn nur, wenn wir uns gegenseitig bestärken, aber auch unsere Positionen und Privilegien hinterfragen, sind wir schlagkräftig, um unsere Visionen auf der Straße und im Parlament umzusetzen. Da durch die Corona-Pandemie in den letzten Monaten oft wenig Raum war, sich gegenseitig auch über die eigene Bezirksgruppe hinaus kennenzulernen, wollen wir un Angebote schaffen, um als Verband zusammenzuwachsen. Dies beinhaltet Teambuilding Maßnahmen für unsere Gremien und Bezirksgruppen, einen Workshop zu nachhaltigem Aktivismus sowie einen Wanderworkshop für die Bezirke zu Wertschätzung und konstruktiver Kommunikation.

Auch wenn unser Anspruch ist, einen möglichst diskriminierungs- und gewaltfreien Raum zu schaffen, sind wir uns bewusst, dass wir diesen nicht immer erfüllen können. Deshalb wollen wir uns damit beschäftigen, wie wir als Verband damit umgehen, wenn es zu Diskriminierungen oder Belästigungen kommt.Die Antidiskriminierungs-Beauftragten sollen ein niedrigschwelliges unterstützendes Angebot für Betroffene von ungleichen/ ungerechten Behandlungen sein.

Kommunikation und Basisdemokratie

Wir wollen gemeinsam mit den Bezirksgruppen und Fachforen analysieren, wie unsere Kommunikation verbessern können, besonders die Informationsweitergabe zwischen dem Landesvorstand, den Fachforen und den Bezirksgruppen. Dafür ist es wichtig, dass alle Mitglieder an die Informationen kommen, die sie brauchen, um mitzumachen. Die Wolke (unsere Cloud) wollen wir dafür nutzen, diese Informationen noch übersichtlicher zur Verfügung zu stellen.

Basisdemokratie ist für uns ein zentraler Teil unserer Verbandsidentität. Deshalb wollen wir, dass Menschen sich niedrigschwellig beteiligen können. Dafür ist es wichtig, dass wir neue Beteiligungs- und Diskussionsmöglichkeiten schaffen und Aufgaben in unserem Verband so verteilen, dass Menschen mit unterschiedlichen Ressourcen mitarbeiten können und niemand sich überarbeitet.

Vernetzung von GJ Amts- und Mandatsträger*innen

Die Expertise von jungen, grünen Amts- und Mandatsträger*innen kann und wird unsere Arbeit bereichern. Dafür ist ein guter Austausch untereinander wichtig. Wir wollen regelmäßige Vernetzungstreffen zwischen junggrünen Amts- und Mandatsträger*innen bei BÜNDNIS 90/Die Grünen.

Ziel soll zum einen der Informationsaustausch sein, gleichzeitig können wir unsere Schlagkräftigkeit ausbauen, wenn wir in mehreren Bezirken in Vorständen oder Bezirksverordnetenversammlungen gemeinsame Themen einbringen. Amts- und Mandatsträger*innen sollen immer wieder die Möglichkeit bekommen und nutzen, ihre gewonnene Expertise zu teilen, damit zum Beispiel in der GJ Berlin ein breites Verständnis davon vorhanden ist, was man in der BVV (Bezirksverordnetenversammlung) machen kann. Dafür wollen wir sie auch in die Programmerarbeitung bei Landesmitgliederversammlungen und Aktiventreffen einbinden, indem sie zum Beispiel thematische Workshops anbieten, über ihre Arbeit und die Funktion der Gremien berichten oder gemeinsam Anträge einbringen.

Finanzen

Mit mehr Mitgliedern brauchen wir auch mehr Finanzmittel und stärkere Strukturen in der Landesgeschäftsstelle für eine nachhaltige Verbandsentwicklung. Dafür muss sich der neue Landesvorstand einsetzen. Insbesondere mit den Grünen Berlin muss ein Prozess angestoßen werden, um die Finanzen der GJB neu und nachhaltig zu gestalten. In Finanzverhandlungen sollen hierzu eine deutliche Erhöhung der Zuschüsse erreicht werden. Außerdem soll die Mandatsabgabe in Zusammenarbeit mit unseren Mandatsträger*innen diskutiert werden und für das Pat*innenprogramm deutlich mehr Pat*innen gewonnen werden.

Beschlossen am 13.12.2021 beim digitalen Aktiventreffen der GJ Berlin