Zur Debatte im Berliner Abgeordnetenhaus “Blindheit auf dem linken Auge” erklärt Meike Berg, Sprecherin der Grünen Jugend Berlin:
“Wir distanzieren uns ausdrücklich von dem Verhalten der Grünen Fraktionsvorsitzenden zu den Protesten um das Flughafengelände Tempelhof.
Insbesondere Volker Ratzmanns Gleichsetzung von zivilem Protest mit AutoanzünderInnen, und die Brandmarkung von AktivistInnen als “Kiez-Taliban” waren eine unverhältmäßige Entgleisung. Die geplante Massenbesetzung ‘Squat Tempelhof’ und die vielfältigen Aktionen im Rahmen der ‘Action Weeks’ müssen differenziert und getrennt voneinander betrachtet werden. ‘Squat Tempelhof’ wurde von einigen tausend BerlinerInnen unterstützt, die sich für eine Öffnung und unkommerzielle Nutzung des Geländes einsetzen wollen. Auch das Kinder- und Familienfest, das parallel stattfand, sollte den friedlichen Charakter der Demonstration untermauern. Um für das urgrüne Ziel einer ökologischen, offenen Stadt zu kämpfen, ist friedlicher Protest in unseren Augen ein angemessener Weg.”

Vito Dabisch, Beisitzer im Landesvorstand ergänzt:
“Das Verhalten der Fraktionsvorsitzenden rund um die Massenbesetzung war ein großer Fehler. Die Grünen sollten sich nicht von plakativen Beschuldigungen anderer Parteien und der Presse zu einem solchen Hin und Her treiben lassen, sondern eine gemeinsame Position für friedlichen Protest und gegen Brandstiftung vertreten. Ein Bekenntnis zur friedlichen Zaunüberquerung ist wichtig. Außerdem fordern wir die Grüne Fraktion auf, das teilweise sehr gewaltsamen Vorgehen der mehreren tausend PolizistInnen zu verurteilen. Durch die versuchte Besetzung wurde den Berlinerinnen und Berlinern die Sinnlosigkeit ein leeres Stück Wiese mit einem solchen Polizeiaufgebot zu schützen vor Augen geführt.”