beschlossen auf der 2. außerordentlichen Landesmitgliederversammlung am 14. September 2015

Die Entwicklung in der Schule hin zum Ganztagsunterricht bringt neue Herausforderungen mit sich. Durch die zunehmend höhere Bedeutung, die staatliche Einrichtungen für junge Menschen haben, entstehen auch mehr Aufgabenfelder, die nicht vom Lehrplan abgedeckt werden.
Schulessen ist eine davon. Gesunde Ernährung und die Bildung über gesunde Ernährung ist nicht mehr allein Aufgabe der Erziehungsberechtigten. Die Beschüsse der Kultusministerkonferenz (KMK) von 2012 “Empfehlung zur Gesundheitsförderung und Prävention in der Schule” und 2013 “Verbraucherbildung an Schulen” waren ein Signal, das die Schulen in Berlin und Brandenburg ab dem Schuljahr 2016/17 neben weiteren wichtigen Themen wie Inklusion vor eine große Herausforderung stellt.

Es gibt Bereits Standarts für Schul- und Kita-Verpflegung von der Deutschen Gesellschaft für Ernährung, die aber nicht verpflichtend sind. Wir fordern fürs Erste, diese Standards verpflichtend für Schulcaterings einzuführen insbesondere in den Bereichen Speiseauswahl, Speiseplanung, Speisezubereitung und Nährstoffzufuhr.

Außerdem fordern wir, dass die Maximalwerte für Fleisch und Wurstwaren nicht überschritten werden und Fisch nicht öfter als der Mindestwert von 4x in 20 Verpflegungstagen angeboten wird, um Umwelt und gefährdete Bestände zu schonen.
Rein pflanzliche Gerichte bieten sich neben einer hohen Vitaminzufuhr auch wegen ihrer Unkompliziertheit an. So können diese auch von allen religiösen Gruppen, von Kindern mit Lactoseintolleranz oder Fischallergie und von Veganer*innen gegessen werden. Deswegen fordern wir an jedem Verpflegungstag ein veganes Essensangebot.
Lange Warmhaltezeiten zerstören Vitamine. Um dem vorzubeugen, ist es wünschenswert, diese so kurz wie möglich zu halten. Außerdem soll jeden Tag ein breites Rohkostangebot zur Verfügung stehen.
Wir möchten, dass nur noch frische Lebensmittel sowie Convenienceprodukte der Stufen 1&2 verwendet werden. Außerdem sollen die Lebensmittel aus regionaler, biologischer Zucht kommen und saisonal verwendet werden, das bedeutet: Obst und Gemüse von Brandenburger Biofeldern!

Langfristig wünschen wir uns, dass möglichst viele Schulen und Kitas in der Lange sind, sich selbst zu versorgen. Dadurch können Warmhaltezeiten reduziert werden und Schüler*innen in den Speiseherstellungsprozess mit eingebunden werden.
Neben einer Übernahme der Themen Gesundheitsförderung und Verbraucherbildung in die Lehrpläne sind der Schulküchenbau und die Etablierung nachhaltiger Beschaffungsstrukturen für die Versorgung der Jugendlichen mit gesunden Lebensmitteln Aufgaben, zu deren Bewältigung die Berliner und Brandenburger Schulen fachliche und finanzielle Unterstützung benötigen.

Die Schule als Ort des Lernens ist auch in der Verantwortung, die Schüler*innen bei der Entwicklung eines gesundheitsfördernden Lebensstils zu unterstützen. Deswegen halten wir es für richtig, junge Menschen in den Herstellungsprozess von Lebensmitteln und Speisen miteinzubeziehen und ihnen die Möglichkeit zu geben, Ernährung auch theoretisch zu lernen. Die Lernform Duales Lernen an Schulen bietet einen geeigneten Rahmen, die Themen Landwirtschaft, Ernährung und Verbraucherbildung im Unterricht praktisch zu behandeln und Schwerpunkte für die berufliche Orientierung der Jugendlichen zu setzen. Auch den Eigenanbau von Lebensmitteln in Schulgärten und die anschließende gemeinsame Zubereitung in Schulküchen finden wir wichtig.