Warum machen wir eine Strukturdebatte?

Die GRÜNE JUGEND versteht sich als ein basis-demokratischer Verband ohne viele Hierarchien, in den alle die Möglichkeit haben sollen, sich einzubringen. Deshalb ist es unsere Aufgabe, unsere Strukturen stetig zu hinterfragen und sie übersichtlicher und inklusiver zu machen.

Die GRÜNE JUGEND besteht nicht nur aus dem Landesvorstand (Lavo), sondern vor allem auch aus den Bezirksgruppen, den Fachforen (Fafo) und der Basis. Wir wollen mit diesem Strukturprozess die genannten 3 Gruppen stärker miteinbeziehen um nachhaltige Verbandspolitik zu gewährleisten. Der Vorstand soll weiterhin kein abgehobenes Gremium sein, in dem sich nur ganz Erfahrene trauen zu kandidieren. Durch eine bessere Aufgabenteilung und Vernetzung erhoffen wir uns auch den Vorstand zu entlasten.

Die GRÜNE JUGEND ist ein Ort, an dem wir alle sehr viel lernen – neben inhaltlichem auch organisatorisches Wissen. Wir möchten, dass dieses Wissen noch stärker an viele Menschen weitergegeben wird.

Zusätzlich möchten wir, dass die Arbeit, die wir alle in den Verband stecken, gegenseitig noch stärker wertgeschätzt wird.

So soll die Strukturdebatte ablaufen….

Auf unserer letzten Landesmitgliederversammlung (LMV) haben wir uns bereits über neue Kommunikationswege Gedanken gemacht.

In letzter Zeit haben wir dann immer wieder mit Menschen aus den verschiedenen Gremien über eine Strukturdebatte geredet und eine Liste an Punkten gesammelt. Anschließend haben wir euch per Mail über diese Liste informiert und zu einem offenen Montag zu dem Thema eingeladen um mit euch darüber zu diskutieren. Nun wollen wir diese Vorschläge ausprobieren. Auf der LMV im Frühjahr wollen wir dann evaluieren, was wir weiter beibehalten wollen.

Vorschläge für die Strukturdebatte:

Ein Orga-Team für den Halbjahresschwerpunkt

Vor Beginn des Halbjahresschwerpunktes soll ein Team gewählt werden, das die Aktiventreffen organisiert und die Offenen Montage koordiniert. Für die Offenen Montage, die von allen Aktiven der GRÜNEN JUGEND Berlin organisiert werden können, soll es ein öffentliches Pad geben. Wenn eine Person einen offenen Montag organisieren möchte, muss diese Person diesen Termin mit dem Orga-Team abklären.

Einen strukturierten Einstieg für Neue

Bisher bieten wir einmal im Monat ein Informationstreffen für neue Menschen an. Wir wollen nun einen Reader für neue Mitglieder erstellen, der aufzeigen soll, wo man sich bei uns engagieren kann.

GJ B goes IgelOffice

Der Bundesverband stellt seinen Mitgliedern bestimmte Funktionen bereit. Dazu zählt ein Mailaccount, ein Speicherungssystem (Owncloud) oder auch die Bereitstellung des Corporate Designs. Wir wollen uns dafür einsetzten, dass so viele unserer Mitglieder wie möglich diese Dienste benutzen. Zudem haben wir auch einen Cloudzugang mit dem wir wichtige Dokumente teilen und einander bereitstellen können. Aus jeder Bezirksgruppe und aus jedem Fachforum sollen mindestens 1-2 Personen einen Zugang haben. Alle Gremien haben auch einen Ordner in unserer Cloud.

Fafo-Lavo-Bezirksgruppen-Vernetzungstreffen

Wir freuen uns sehr, dass wir gerade so viele aktive Bezirksgruppen und Fachforen haben und möchten die Gruppen nachhaltig in die Verbandsstrukturen einbeziehen.

Zu einer besseren Vernetzung gehört auch, dass sich Verantwortliche und Aktive der Gremien in regelmäßigen Abständen treffen und sich austauschen. Wir erhoffen uns durch diese Treffen auch eine stärkere Zusammenarbeit. Für eine schnelle Kommunikation der FaFos und Bezirksgruppen mit dem LaVo wollen wir einen Channel beim Messaging-Dienst Slack, welcher vom Lavo bereits seit längerem genutzt wird, einrichten.

Wir wählen im … Stuhlkreisverfahren

Bisher haben die Bewerber*innen immer eine Rede gehalten, um sich vorzustellen. Wir wollen nun das Stuhlkreisverfahren ausprobieren. Hierbei wird die Gruppe in mehrere kleine Gruppen von ca. 10 Menschen aufgeteilt. Pro Stuhlkreis gibt es ein*e Kandidat*in, die*der sich kurz vorstellt. Anschließend können Fragen an die*den Kandidat*in gestellt werden. Danach wechseln die Kandidat*innen die Stuhlkreise und stellen sich erneut vor. Die Kandidat*innen wiederholen das so lange, bis sie sich in allen Stuhlkreisen vorgestellt haben.

Wieso das ganze? Stuhlkreisverfahren sind informeller und bieten mehr Raum für Fragen. Außerdem ist die Methode für schüchterne Personen barriereärmer.

Allerdings gibt es logistische Probleme: Das Verfahren ist erst ab einer gewissen Anzahl an Personen sinnvoll und beansprucht mehr Raum und Zeit. Und manchmal ist es sinnvoll das Halten von Reden zu üben.

Eine ständige Awarenessgroup (AWG)

Wir möchten, dass die Grüne Jugend Berlin ein möglichst diskriminierungsfreier Raum ist. Dafür gibt es das Konzept der AWG, die für diskriminierendes Verhalten sensibilisiert ist. Außerdem ist die AWG Ansprechpartnerin für Menschen, die selbst diskriminiert werden oder diskriminierendes Verhalten beobachten. Bisher gibt es AWGs vor allem bei Veranstaltungen.

Zusammen mit solid und den Falken Berlin wollen wir Anfang nächsten Jahres ein Seminar zu dem Thema Awareness organisieren.

Wir wollen eine Gruppe von Menschen zusammenstellen, die sich überlegen, wie eine dauerhafte AWG aussehen könnte. Folgende Fragen geben wir dieser Gruppe mit:

  • Wer ist in der AWG und wie wird sie gewählt? Für wie lange ist sie „im Amt“?
  • Gibt es eine Ausbildung für AWG-Mitglieder? Und was soll Bestandteil sein?
  • Was sind die Aufgaben der AWG – was eben auch nicht?
  • Soll es Quotenregelungen in der AWG geben und wenn ja welche?

Wie und wann ist die AWG ansprechbar? Die Arbeit in einer AWG kann sehr belastend sein. Deshalb wollen Menschen aus der AWG vielleicht nicht ständig ansprechbar sein. Wie regelt man das?

Ein Blog für die GRÜNEN JUGEND Berlin

Viele Landesverbände der GRÜNEN JUGEND haben eine Art Mitgliedermagazin. Wir möchten Menschen auch die Möglichkeit geben, sich in Artikeln politisch auszudrücken. Als Format finden wir einen Internet-Blog praktisch, der in unsere Homepage eingebettet ist. Dafür suchen wir Interessierte für eine Redaktion.

Homepage crew

Um den Vorstand zu entlasten und unsere schöne Homepage noch besser nutzen zu können, wird die Einführung einer Homepage Crew getestet, die sich aus Basismitgliedern, dr organisatorischen Geschäfftsführung und Landesvorstandsmitgliedern zusammensetzt, unsere Homepage betreut und auch Ansprechpartner*in für die Seiten von Bezirksgruppen und Fachforen ist.

Landesmitgliederversammlungen

In anderen Landesverbänden sind Landesmitgliederversammlungen Attraktionen, die sich nur wenige entgehen lassen. Es gibt Workshops, eine Party und alle übernachten zusammen. Wir sind uns bewusst, das wir kein Flächenland sind und daher sich andere Strukturen ergeben. Trotzdem möchten wir uns überlegen, wie wir unsere Landesmitgliederversammlungen attraktiver gestalten können. Und wir nehmen uns vor ein Seminar außerhalb von Berlin zu machen.

Mehr Seminare

Der Hauptteil unserer politischen Bildungsarbeit findet bei den Montagstreffen statt. Dafür organisieren wir nur selten längere Seminare, die am Wochenende stattfinden. An einem ganzen Tag kann man sich aber viel intensiver mit einem Thema auseinandersetzten. Außerdem erhoffen wir uns auch hier vor allem Fafos oder die Basis in die Bildungsarbeit miteinzubeziehen, indem wir ein Orga-Team für ein bestimmtes Seminar ausschreiben.

Außerdem versuchen wir die Kooperation mit dem Bildungsbeirat und den Fachforen auf Bundesebene auszubauen, nach Berlin zu holen und auch gemeinsame Kooperationseminare mit Fafos des Bundesverbandes zu veranstalten.

Wir wollen uns vornehmen einmal im Jahr ein methodisches Seminar für unseren Verband zu machen.

 

Beschlossen auf der Landesmitgliederversammlung am 12.11.2017.