Am 25. Juli 2014 soll, wie in den letzten Jahren auch, in Berlin die Demonstration anlässlich des Al Quds Tag (arab.: Jerusalemtag) stattfinden. Der Al Quds Tag wurde in der Islamischen Republik Iran erstmals 1979 durch Revolutionsführer Ayatollah Ruhollah Khomeini ausgerufen. Der Anlass sollte sein, die Aufmerksamkeit auf Jerusalem zu lenken, das, so Khomeini, besetzt sei. West Jerusalem gehört dem Staat Israel an, während Ost Jerusalem 1980 von Isreal annektiert wurde, was international nicht anerkannt ist.

In den Reden iranischer Politiker*innen wird oft aufs schärfste gegen den Staat Israel und seinen jüdischen Bevölkerungsteil gehetzt, sowie die Shoa (Holocaust) geleugnet. Beim Berliner Al Quds Tag marschieren aus antisemitischen Beweggründen eine Querfront aus Nazis, antisemitischen Linken, Befürworter*innen des iranischen Regimes, der Hamas und der Hizbollah mit. Selbst wenn viele Palästinenser*innen den Al Quds Tag dazu nutzen wollen, um auf die Lage in der Westbank und im Gazastreifen aufmerksam zu machen, ist er klar antisemitisch. Dies ist unserer Meinung nach nicht der Ort, um für die Rechte der dort lebenden Palästinenser*innen einzutreten.

In den von den Veranstalter*innen gehaltenen Reden werden Juden und Jüdinnen, sowie der Staat Israel oft als Strippenzieher*innen von weltweiten Geschehnissen, wie etwa Kriegen oder Finanzkrisen, dargestellt. So werden altbekannte Stereotype verwendet, um Israel, stellvertretend für alle Jüdinnen und Juden, als Bedrohung für die Welt zu verunglimpfen. Dies erklärt auch, warum die Berliner Neonaziszene sich, neben anderen Antisemit*innen, regelmäßig an den Demonstrationen in den vergangenen Jahren beteiligte. Weiterhin kam es dort auch zu Frauen*-, Trans- und Homosexuellenfeindlicher Hetze.

Gerade jetzt, da Studien wiederholt beweisen, wie verbreitet Antisemitismus in Europa weiterhin ist, müssen wir ein klares Zeichen dagegen setzen! Wir können und wollen nicht hinnehmen, dass jede fünfte Person in Deutschland mindestens unterschwellig antisemitisch ist! Juden und Jüdinnen müssen sich überall sicher fühlen können und das Existenzrecht Israels als Schutzraum für Jüdinnen und Juden darf nicht zur Debatte stehen.

Deshalb lasst uns gemeinsam gegen den antisemitischen Al Quds Tag in Berlin demonstrieren und so den Menschen zeigen, dass wir für eine offene Welt einstehen, in der sich alle Menschen sicher fühlen können. Lasst uns zeigen, dass wir für ein friedliches Miteinander und gegen antisemitische Hetze eintreten.

Treffpunkt zur Kundgebung ist am 25.7. um 13 Uhr am Adenauerplatz. Weitere Infos dazu findet ihr hier.